Der Entschluss, diese Schrift zu verfassen, reifte im Mai 1995, als ich vor etwa siebzig Theologiestudenten einer renommierten deutschen Universität zum obigen Thema sprechen konnte. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion gaben außer mir drei weitere Referenten ihre Gedanken zu dieser Problematik weiter.

Der erste Redner plädierte für den grundsätzlichen Verbleib in der Kirche. Der nächste befürwortete den Austritt, wenn ein "nichtgläubiger" Pastor im Amt ist. Der dritte sprach sich erst dann für das Verlassen der Kirche aus, wenn sie offiziell homosexuelle Geistliche einsetzt.

Ihre Argumentation war meines Erachtens zum größten Teil nicht mit der Schrift begründet, sondern pragmatisch. Deswegen versuchte ich mit allem Ernst deutlich zu machen, dass es hier nicht um Pragmatismus oder Zweckmäßigkeit geht.

Unsere Haltung zur Bibel ist maßgebend. Wollen wir der Heiligen Schrift nur im Bereich der individuellen Frömmigkeit, sprich Bekehrung und persönlichen Heiligung, gehorchen? Gibt uns das Wort Gottes nicht auch konkrete Anweisungen über die Struktur einer  biblischen Gemeinde ?

Ich weiß sehr wohl, dass es sich bei der Frage des Kirchenaustrittes um ein heikles Thema handelt, bei dem auch Emotionen geweckt werden können. Ich möchte niemanden persönlich verletzen. Mein Anliegen ist es, die "Wahrheit in Liebe zu bekennen" (Epheser 4,15) 4,15: sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.
und mit biblischen Aussagen Licht in das Wirrwarr der Meinungen zu bringen. Gehen wir also zuerst zurück zur Schrift!

Kirchenaustritt

Die Gemeinde im Neuen Testament

Das Neue Testament spricht 113 mal von der "Ekklesia" (wörtlich: die Herausgerufenheit).
Davon ist einige Male die Gesamtgemeinde aller Gläubigen aller Orte während des gesamten gegenwärtigen Zeitalters gemeint z.B. in (Matthäus 16,18) 16,18: Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.
. Sie ist identisch mit dem Leib Christi. Nur wiedergeborene, mit dem Heiligen Geist versiegelte Menschen gehören dazu. An den übrigen 95 Stellen geht es um die örtliche Versammlung der Jünger Jesu.
In der Apostelgeschichte lesen wir von der schlichten Zusammenkunft der Gläubigen in Selbstverleugnung und Leidensbereitschaft - ohne jede Bindung an den Staat.
Sie betrachteten das Wort, brachen das Brot, beteten zusammen und hatten verbindliche, konkrete Gemeinschaft. Die Versammlungen wurden von Ältesten geleitet. Hirten, Lehrer und Evangelisten rüsteten die Heiligen zum Dienst zu. Die ersten Christen verwirklichten ein allgemeines Priestertum. Ein Heiligtum für Priester und einen Vorhof für das Volk gab es nicht.
Unter ihnen herrschte der Geist der Liebe, aber auch der Geist der Zucht. Sünde kam vor, wurde aber in der Gemeinde nicht geduldet. Von den Gläubigen ging eine große missionarische Dynamik aus (2.Korinther 6,14) 6,14: Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?
; (Apostelgeschichte 2,42) 2,42: Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.
; (Apostelgeschichte 14,23) 14,23: Nachdem sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste bestimmt hatten, befahlen sie sie unter Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie gläubig geworden waren.
; (1.Timotheus 3,1-13) 3,1: Glaubwürdig ist das Wort: Wer nach einem Aufseherdienst trachtet, der begehrt eine vortreffliche Tätigkeit. 3,2: Nun muß aber ein Aufseher untadelig sein, Mann {einer} Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfreundlich, fähig zu lehren; 3,3: nicht der Trunkenheit ergeben, nicht gewalttätig, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig; 3,4: einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder in Unterordnung hält mit aller Ehrbarkeit 3,5: - wenn aber jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen? -, 3,6: kein Neubekehrter, damit er nicht aufgeblasen wird und in das Gericht des Teufels fällt. 3,7: Er muß aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen außerhalb [der Gemeinde], damit er nicht in üble Nachrede und in die Fallstricke des Teufels gerät. 3,8: Gleicherweise sollen auch die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, nicht vielem Weingenuß ergeben, nicht nach schändlichem Gewinn strebend; 3,9: sie sollen das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahren. 3,10: Und diese sollen zuerst erprobt werden; dann sollen sie dienen, wenn sie untadelig sind. 3,11: [Die] Frauen sollen ebenfalls ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern, treu in allem. 3,12: Die Diakone sollen jeder Mann {einer} Frau sein, ihren Kindern und ihrem Haus gut vorstehen; 3,13: denn wenn sie ihren Dienst gut versehen, erwerben sie sich selbst eine gute Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben in Christus Jesus.
; (Matthäus 23,8) 23,8: Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn {einer} ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder.
.
Die Gemeinden waren nur Christus als ihrem Haupt verantwortlich. Es gab keinen zentralistischen Bund oder Verband. Die Gemeinden blieben organisatorisch, finanziell und geistlich selbständig, pflegten aber einen gewissen Austausch untereinander z.B. (1.Petrus 2,9) 2,9: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht
.
Wir sehen, dass das Neue Testament eine klar umrissene, verbindliche Gemeindelehre entfaltet. Deswegen mahnte der Apostel Paulus die Korinther hinsichtlich des Gemeindebaus mit ernsten Worten:

1. Korintherbrief 3,10-13:
"Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben."

Ein Blick in die Kirchengeschichte

Wir wissen alle, dass die christliche Versammlung bald eine andere Form bekam. Der Feind war nicht untätig. Jesus Christus hatte angekündigt, dass Satan Unkraut unter den Weizen säen würde. Schon im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. entstanden Ansätze von bischöflichen (episkopalen) Strukturen. An die Stelle der priesterlich tätigen Gemeinde trat sehr schnell eine gewisse Priesterkaste, die das Kirchenvolk regierte.
Im 4. Jahrhundert n. Chr. verwandelte sich die verfolgte Gemeinde in eine verfolgende Kirche. Der römische Kaiser Konstantin erließ 313 n. Chr. ein Toleranzedikt, das uneingeschränkte Religionsfreiheit garantierte.
Unter Kaiser Julian gewann das Christentum endgültig die Oberhand. Danach kippte die Sache in das andere Extrem. Der Kirchengeschichtler Heussi schreibt: "Aber die nächsten Kaiser, Theodosius d. Gr. und Gratianus, machten seit 380 der Religionsfreiheit ein Ende, erhoben die katholische Kirche zur alleinberechtigten Staatskirche und begannen von neuem den Kampf gegen die heidnische Religion..."
In der Zeit der Verfolgung war die christliche Gemeinde lebendig und frisch. Als aber die Christen offiziell anerkannt wurden, vermischte sich die Kirche bald wieder mit dem Heidentum. Das Christentum degenerierte von der Jüngergemeinde zur Jedermann-Kirche.
Doch zu allen Zeiten gab es eine gläubige Minderheit, die wie die ersten Christen ohne Anerkennung der offiziellen Gesellschaft nach schriftgemässen Prinzipien zusammenkamen. "Immer hat es echte Gemeinden gegeben, die sich an die Schrift als Richtschnur für Glauben und Lehre, als Leitstern für den persönlichen Wandel wie für die gemeindliche Ordnung hielten."
Zwölf Jahrhunderte später ließ Gott das echte Evangelium wieder aufstrahlen. Nach der Kirchenspaltung stand Martin Luther vor der Frage: Glaubensgemeinde oder Landeskirche? Er entschied sich wegen angeblich zu wenig Mitarbeitern für die letztere.
Die evangelischen Landesfürsten wurden zu "Not Bischöfen". Ihre Untertanen mussten den evangelischen Glauben annehmen oder auswandern.
Wiederum entstand die unselige Verquickung von Kirche und Staat. Das hatte verheerende Folgen.
Broadbent schreibt: "Eine solche Staatskirche ist sehr weitherzig. Sie kann sehr verschiedene Ansichten in sich vereinigen. Sie kann Ungläubige aufnehmen, viel Böses gutheißen und sogar ihren Geistlichen gestatten, ihren Unglauben im Blick auf die Schrift offen aus zu sprechen..."

Die heutige Situation

Jemand brachte die aktuelle geistliche Lage unseres Landes auf folgenden Nenner: "Die Not unseres Volkes ist die Not seiner Pfarrer. Die Not seiner Pfarrer aber ist die Not ihrer Ausbildung an den Universitäten."
An den theologischen Fakultäten herrscht fast durchgängig das Monopol der sogenannten historisch kritischen Methode der Schriftauslegung.
Es ist erschreckend, dass es Theologieprofessoren gibt, welche die Glaubwürdigkeit und Wunder der Bibel leugnen. Aber es ist kaum zu fassen, dass es Kirchen gibt, die bei diesen Leuten ihren Nachwuchs ausbilden lassen.
Auch die römisch-katholische Theologie hat sich in diesem Jahrhundert leider nicht wesentlich verändert. Am 13.10.1962, zu Beginn des II. Vatikanischen Konzils, mussten alle Konzilsväter folgenden Glaubensschwur ablegen:
"Ich bekenne, dass sich in der Messe ein wirkliches Sühnopfer für die Lebendigen und die Toten vollzieht... Ich halte daran fest, dass es ein Fegefeuer gibt... Ich glaube auch fest, dass man die Heiligen, die mit Christus regieren, verehren und anrufen muss... Ich anerkenne die heilige, römisch-katholische, apostolische Kirche als Mutter und Lehrerin aller Kirchen... Desgleichen verdamme, verwerfe, und erkläre ich alles für verflucht, was dazu in Widerspruch steht, alle falschen Lehren, welche die Kirche verdammt, verworfen und für verflucht erklärt hat..."

Dr. Lothar Gassmann zitiert 38 weit verbreitete Missstände in der evangelischen Kirche: Leugnung der Jungfrauengeburt und der leiblichen Auferstehung Jesu, feministische Umdeutung der Bibel, synkretistische Veranstaltungen mit Vertretern anderer Religionen, etc. Pluralismus und falsche Toleranz regieren das Feld. In beiden Kirchen bestimmt die Universitätstheologie stark das Lehrgut der Priester, Pfarrer und Religionslehrer. Diese "christlichen" Führer prägen wiederum in einem bestimmten Masse unser Volk.

H. Venske zieht im Blick auf eine als christlich geltende Gesellschaft ein düsteres Fazit: "Christliche Illusionen von der Wiege bis zum Grabe: Taufen, die keine Taufen im biblischen Sinne sind; Konfirmationen, die nichts befestigen; Einsegnungen, die Aussegnungen sind; kirchliche Trauungen, die christliche Ehen vortäuschen; kirchliche Bestattungen, welche die ganze Verlogenheit unseres christlichen Lebens nur mühsam verdecken."

Kirchliche Strukturen im Licht der Bibel

Die beiden großen Kirchen haben ein territorialsakramentales Gemeindeverständnis. Alle Getauften, die in einem bestimmten, geographischen Gebiet wohnen, gehören zu der römisch-katholischen oder evangelischen Kirchengemeinde, sofern sie nicht aus ihrer Denomination ausgetreten sind. Die persönliche Glaubenseinstellung spielt hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft keine Rolle.
Die Heilige Schrift hingegen lehrt ein personales Gemeindeverständnis. Jeder, der durch Gottes Wort und Geist wiedergeboren ist, gehört zur weltweiten Gemeinde, zum Leib Jesu Christi, und soll sich an seinem Wohnort oder in seiner Umgebung einer in ihrer Grundhaltung bibeltreuen Gemeinde anschließen.
Gemäß der oben angeführten Tatsache kann es sein, dass eine Kirchengemeinde aus hundert Prozent, Getauften besteht, jedoch achtzig Prozent oder mehr im biblischen Sinn nicht gläubig sind. Die wenigen Wiedergeborenen bilden dann mit ihnen zusammen eine "Gemeinde". Das Neue Testament kennt aber nur errettete Gemeindeglieder. Es war nie Gottes Wille, dass Gläubige und Ungläubige "zusammen gejocht" werden. Der Apostel Paulus schrieb:

2. Korinther 6,14-7,1:
"Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!"

Dieser Abschnitt bezieht sich im Kontext der Korintherbriefe zuerst auf religiöse Vermischung! Andererseits kann es vorkommen, dass der Ortspfarrer und / oder seine Kirchenältesten nicht wiedergeboren sind. Das bedeutet in der Praxis, dass sich gläubige Gemeindeglieder einer ungläubigen Gemeindeleitung unterordnen müssen. Eine solche Konstellation findet niemals Gottes Wohlgefallen.
Noch viele andere biblische Prinzipien lassen sich in der Kirche nur ungenügend oder gar nicht verwirklichen. Zum Beispiel: Glaubenstaufe, Abendmahl nur für Gläubige, Berufung von wirklich qualifizierten Ältesten, Priestertum aller Kinder Gottes, Gemeindezucht, etc.
Fazit: Gott wollte zu keiner Zeit die Verbindung von Staat und Kirche, von Politik und Religion, und die daraus resultierenden "Kirchengemeinden" Die Geschichte als Ganzes kann natürlich nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber einzelne Christen konnten und können zu allen Zeiten ihre persönlichen Konsequenzen ziehen.

Einwände gegen den Kirchenaustritt

  • Ja, aber die Volkskirchen bieten doch ein einzigartiges missionarisches Betätigungsfeld!
    Die Behauptung, volkskirchliche Strukturen seien missionarischen Aktivitäten dienlicher als freie Gemeinden, entspricht nur bedingt der Wahrheit. Gerade in den Städten haben viele Zeitgenossen den Großkirchen enttäuscht den Rücken zugekehrt und sind u. U. eher von außerkirchlichen Gruppen zu erreichen. In bibeltreuer Gemeindearbeit können heute alle Bevölkerungsgruppen und gesellschaftlichen Schichten mit dem Evangelium erreicht werden. Das Wirkungsfeld mag kleiner sein - vielleicht ist aber der Wirkungsgrad dennoch höher!?

  • Ja, aber man kann doch innerhalb der Kirchen "Gemeinschaften" bilden!
    Diesen Ansatz kenne ich persönlich sehr gut. Mein Großvater gründete vor gut 80 Jahren eine solche "Landeskirchliche Gemeinschaft", und auch in meinem Elternhaus versammelten sich viele Jahre "Gemeinschaft und Jugendbund" (EC). Im Blick auf den Verbleib in der Kirche beruft man sich auf die Gnadauer Väter, die 1888 den Entschluss fassten, die wahren Gläubigen innerhalb der Kirche zu sammeln.
    "Es besteht kein Zweifel, dass die so genannte Gemeinschaftsbewegung vielen Menschen zu einem lebendigen Glauben verhalf, und die Neubekehrten durch Bibel- und Gebetsstunden weiterführte. Das muss in jedem Fall festgehalten werden." Doch ob sich die Gründer des Gnadauer Verbandes heute noch genauso entscheiden würden? Jemand formulierte es so: "Wenn wir das tun, was unsere Väter taten, - tun wir eben nicht das, was unsere Väter taten." Christoph Morgner, der gegenwärtige Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, sagte 1993 bei einem Mitarbeiterkongress in Gunzenhausen: "Das Leiden der Pietisten an der Kirche ist erheblich." Warum fordern er und andere Leiter trotzdem immer wieder die unbedingte Treue zur Kirche? Wem müssen wir treu sein: der Kirche oder dem Herrn? Wenn wir dem Herrn und unserer Kirche nicht gleichzeitig treu sein können, dann sollten wir Konsequenzen ziehen!

  • Ja, aber Gott will doch nicht perfekte Strukturen, sondern brennende Menschen!
    Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um den schlichten Gehorsam gegen den Willen des Herrn. Gott hat im Neuen Testament deutlich offenbart, wie er sich Gemeinde vorstellt. Das hat nichts mit Formalismus zu tun. Natürlich ist eine Form ohne Leben tot, aber auch Leben ohne Form ist gefährdet. Biblische Ausgewogenheit ist wichtig. Zuerst schafft Gott durch seinen Geist das Leben, und dann will er alles geistliche Leben in biblische Strukturen einmünden lassen, ohne die Wachstum und Reife eines Christen schwerlich erreicht werden können.

  • Ja, aber Jesus blieb doch auch in seiner "Kirche"!
    Wolfram Kopfermann entkräftet diesen Einwand wie folgt: ?Jesu heilsgeschichtlich unvergleichliche Situation vor seiner Kreuzigung muss bedacht werden. Er war der Messias des Bundesvolkes. Für ihn war dies nicht so seine Kirche, wie es für einen Christen in England vielleicht die englische Staatskirche ist, für ihn war dies das Gottesvolk Israel. Das ist ein ganz tiefer, im Kern der Heilsgeschichte Gottes begründeter Zusammenhang. Aus diesem Zusammenhang auszutreten, hätte Jesus nicht in eine andere Kirche gebracht, sondern jenseits der Heilsgeschichte gestellt. Das heißt: Jesu Verbundenheit mit der jüdischen Synagoge ist gerade kein zeitloses Muster für die Christen aller Jahrhunderte. "

  • Ja, aber freie Gemeinden sind doch auch nicht besser!
    In diesem Argument steckt nicht mehr Logik als in der Begründung eines Mannes, sich kein neues Auto zu kaufen, weil alle neuen Autos die seltsame Tendenz hätten, alt zu werden. "Abgesehen davon geht es nicht darum, ob etwas besser ist, sondern ob es schriftgemäß ist. Die ganze Bibel zeigt, dass die Kirche, auch in ihren besten Zeiten, eine dem Wesen der Gemeinde Jesu unangemessene Gestalt hatte, weil sie vom Ansatz her Gläubige und Ungläubige vermischt. Ernst Maier bemerkt dazu treffend: "Es ist ein großer Unterschied, ob einige wenige Tote unter vielen Lebendigen sind, oder ob einige Lebendige unter vielen Toten sind".
    Ideale Gemeinden gibt es auf dieser Erde nicht, weil sie alle außerhalb des Himmels gebaut werden. Gewisse Zugeständnisse werden überall nötig sein. Aber es gibt christliche Versammlungen, die an der Autorität und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift für Lehre und Leben festhalten. Dort sollen sich suchende Gläubige anschließen, selbst wenn die Gemeinde nicht in der unmittelbaren Nähe zusammenkommt.

Gottes Wille heißt Trennung vom falschen System

In der Schrift werden treue Christen nicht ermutigt, in unbiblischen Systemen auszuharren. Sie werden vielmehr aufgefordert, solche zu verlassen.

Das Wort Gottes lehrt die Trennung von falscher Lehre (1.Korinther 5,1-13) 5,1: Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, daß nämlich einer die Frau seines Vaters hat! 5,2: Und ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan wird! 5,3: Denn ich als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise begangen hat, beschlossen, 5,4: den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat, 5,5: dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus. 5,6: Euer Rühmen ist nicht gut! Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? 5,7: Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus. 5,8: So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit. 5,9: Ich habe euch in dem Brief geschrieben, daß ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt; 5,10: und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müßtet ihr ja aus der Welt hinausgehen. 5,11: Jetzt aber habe ich euch geschrieben, daß ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen läßt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen. 5,12: Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, daß ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind? 5,13: Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!
, vom Namenschristentum (2.Timotheus 3,1-5) 3,1: Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. 3,2: Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, 3,3: lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, 3,4: Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; 3,5: dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!
und von falschen religiösen Systemen (1.Korinther 11,1-34) 11,1: Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin! 11,2: Ich lobe euch, Brüder, daß ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe. 11,3: Ich will aber, daß ihr wißt, daß Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus. 11,4: Jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Haupt hat, schändet sein Haupt. 11,5: Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre! 11,6: Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden! Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich bedecken. 11,7: Denn der Mann darf das Haupt nicht bedecken, weil er Gottes Bild und Ehre ist; die Frau aber ist die Ehre des Mannes. 11,8: Denn der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; 11,9: auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen. 11,10: Darum soll die Frau [ein Zeichen der] Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen. 11,11: Doch ist im Herrn weder der Mann ohne die Frau, noch die Frau ohne den Mann. 11,12: Denn gleichwie die Frau vom Mann [kommt], so auch der Mann durch die Frau; aber alles [kommt] von Gott. 11,13: Urteilt bei euch selbst, ob es schicklich ist, daß eine Frau unbedeckt zu Gott betet! 11,14: Oder lehrt euch nicht schon die Natur, daß es für einen Mann eine Unehre ist, langes Haar zu tragen? 11,15: Dagegen ist es für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar trägt; denn das lange Haar ist ihr anstelle eines Schleiers gegeben. 11,16: Wenn aber jemand rechthaberisch sein will - wir haben eine solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht. 11,17: Das aber kann ich, da ich am Anordnen bin, nicht loben, daß eure Zusammenkünfte nicht besser, sondern schlechter werden. 11,18: Denn erstens höre ich, daß Spaltungen unter euch sind, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, und zum Teil glaube ich es; 11,19: denn es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch! 11,20: Wenn ihr nun am selben Ort zusammenkommt, so geschieht das doch nicht, um das Mahl des Herrn zu essen; 11,21: denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, so daß der eine hungrig, der andere betrunken ist. 11,22: Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich [euch] nicht! 11,23: Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, nämlich daß der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm, 11,24: und dankte, es brach und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! 11,25: Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, so oft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! 11,26: Denn so oft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 11,27: Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. 11,28: Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken; 11,29: denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. 11,30: Deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen. 11,31: Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden; 11,32: wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden. 11,33: Darum, meine Brüder, wenn ihr zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander! 11,34: Wenn aber jemand hungrig ist, so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das übrige will ich anordnen, sobald ich komme.
; (1.Korinther 12,1-31) 12,1: Über die Geisteswirkungen aber, ihr Brüder, will ich euch nicht in Unwissenheit lassen. 12,2: Ihr wißt, daß ihr einst Heiden wart und euch fortreißen ließt zu den stummen Götzen, so wie ihr geführt wurdet. 12,3: Darum lasse ich euch wissen, daß niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt; es kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist. 12,4: Es bestehen aber Unterschiede in den Gnadengaben, doch es ist derselbe Geist; 12,5: auch gibt es unterschiedliche Dienste, doch es ist derselbe Herr; 12,6: und auch die Kraftwirkungen sind unterschiedlich, doch es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. 12,7: Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen. 12,8: Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; 12,9: einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; 12,10: einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen. 12,11: Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will. 12,12: Denn gleichwie der Leib {einer} ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des {einen} Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. 12,13: Denn wir sind ja alle durch {einen} Geist in {einen} Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu {einem} Geist. 12,14: Denn auch der Leib ist nicht {ein} Glied, sondern viele. 12,15: Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib! - gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? 12,16: Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib! - gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? 12,17: Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? 12,18: Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. 12,19: Wenn aber alles {ein} Glied wäre, wo bliebe der Leib? 12,20: Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur {einen} Leib. 12,21: Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht! oder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht! 12,22: Vielmehr sind gerade die scheinbar schwächeren Glieder des Leibes notwendig, 12,23: und die [Glieder] am Leib, die wir für weniger ehrbar halten, umgeben wir mit desto größerer Ehre, und unsere weniger anständigen erhalten um so größere Anständigkeit; 12,24: denn unsere anständigen brauchen es nicht. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, daß er dem geringeren Glied um so größere Ehre gab, 12,25: damit es keinen Zwiespalt im Leib gebe, sondern die Glieder gleichermaßen füreinander sorgen. 12,26: Und wenn {ein} Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn {ein} Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. 12,27: Ihr aber seid [der] Leib des Christus, und jeder ist ein Glied [daran] nach seinem Teil. 12,28: Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; sodann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen. 12,29: Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Wunderkräfte? 12,30: Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Können alle auslegen? 12,31: Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben, und ich will euch einen noch weit vortrefflicheren Weg zeigen:
. "Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass Gott nicht durch 'Reformation der Abgefallenen' wirkt, sondern durch die Absonderung der Treuen."

Die biblische Wahrheit lautet also: "Geht aus ihrer Mitte hinaus!" Das ist ein deutliches Gebot in Gottes Wort. Um die Folgen wird sich Gott selbst kümmern. Ich habe nur gehorsam zu sein. Gott segnet uns, wenn wir ihm nach seinen Prinzipien dienen und nicht menschlichen, scheinbar barmherzigen Argumenten folgen.

Was hinderte die gläubig gewordenen Obersten (der Juden) zur Zeit Jesu an der Absonderung? "...wegen der Pharisäer bekannten die Obersten Jesus nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden, denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott" (1.Korinther 13,1-13) 13,1: Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 13,2: Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, so daß ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. 13,3: Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts! 13,4: Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; 13,5: sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; 13,6: sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 13,7: sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 13,8: Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. 13,9: Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; 13,10: wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan. 13,11: Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört. 13,12: Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13,13: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.
. Absonderung kann Schmach und Ehrverlust mit sich bringen. Manche Christen kostete der Kirchenaustritt sogar das Leben. Wie wird der lebendige Gott mehr verherrlicht: auf einem Weg voller unbiblischer Kompromisse oder durch ein hingegebenes Leben in Treue und schlichtem Gehorsam?

Liebe Leserin, lieber Leser, darf ich Dich zum Schluss ganz persönlich ansprechen? Du verharrst aus irgendwelchen Gründen noch in der Kirche, und sei es "nur" auf dem Papier. Was gewinnst Du durch das Verbleiben in der Kirche? Vielleicht bewahrst Du Deine Ehre vor der Welt. Was aber gibst Du auf, wenn Du zu einem unbiblischen, religiösem System gehörst?

Ich fürchte, Du verlierst ein gewisses Maß der Gebräuchlichkeit für den Herrn. Du opferst einen Teil der Glückseligkeit eines christusgemäßen Wandels. Und ganz gewiss wird es Deine Glaubwürdigkeit nicht fördern. Inkonsequenz schadet der Sache des Herrn! Noch einmal zitiere ich Spurgeon:

"Es ist die eindeutige Pflicht eines ehrlichen Christen, den Kreis derer zu verlassen, die vorgeben, Christen zu sein, aber das Wort Gottes verletzen und die Grundlagen des Evangeliums verwerfen. Sich mit dem Irrtum einlassen, macht es dem besten Menschen unmöglich, gegen ihn vorzugehen."

Darum: "Lasst uns zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen, denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir" (Hebräer 13,13-14) 13,13: So laßt uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
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Quelle: Wilfried Plock