Im Alten Testament der Bibel liegen Tatsachen verborgen, die man auf den ersten Blick nie entdeckt. Schätze, ungeahnte Prophezeiungen, seltsame Wortspiele, vielschichtige Anspielungen die in verschiedenen Zeiten über Jahrhunderte erfüllt werden. Ich behaupte sogar, dass das Wort Gottes im Alten Testament mehrdimensionale Prophetien enthält, die man erst im Rückblick, Generationen später, verstehen kann. Und wenn man als Christ mit seinem heutigen Geschichtswissen des 20 Jahrhunderts und Glauben über tausende Jahre zurückfliegt, entdeckt man eine Tragweite von Gottes Wort, die einen Staunen lässt, wie Gott über die Jahrtausende einen Plan angedeutet hat, der im Jahre 30 n.Chr. fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit erfüllt wurde, und der die Grundfesten der Mächte dieser Erde erschüttert hat. Es geht um den Tod und die Auferstehung Jesu, des Sohnes Gottes. Der Plan Gottes wurde aber nicht erst 100 Jahre später von verzweifelten Jüngern Jesu aufgeschrieben, sondern war schon Hunderte von Jahren vor dem Erscheinen Jesu zu Papier gebracht worden. Der Messias steht im Alten Testament - Man muss sie nur entdecken:

 

Wenn wir heute etwas über Jesus lernen wollen, wenn wir seinen Weg verstehen wollen, wenn es uns interessiert, wie ein Leben mit Jesus konkret aussieht, dann schlagen wir die Bibel auf: aber fast ausschließlich das Neue Testament. Wenn wir nun aber die ersten Christen beobachten, die alles stehen und liegen gelassen haben um den Menschen begeistert von Jesus zu erzählen, dann fällt uns auf, das sie den Menschen ja gar kein Evangelium in die Hand drücken konnten, geschweige denn es zu zitieren. 12 Mal im Neuen Testament wird erzählt, dass Menschen durch das Alte Testament den Zugang zum Christlichen Glauben gefunden haben.

In der berühmten Pfingstpredigt argumentiert Petrus seinen jüdischen Brüdern gegenüber mit dem Patriarchen David:

Apostelgeschichte 2,29-31:
"Ihr Männer und Brüder, es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis zu diesem Tag. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eid verheißen hatte, daß er aus der Frucht seiner Lenden, dem Fleisch nach, den Christus erwecken werde, damit er auf seinem Thron sitze, hat er vorausschauend von der Auferstehung des Christus geredet, daß seine Seele nicht dem Totenreich preisgegeben worden ist und auch sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat."

Petrus verweist darauf, dass Jesus durch den bestimmten Ratschluss Gottes und nach Vorkenntnis Gottes am Kreuz hingegeben wurde. Alles war von Gott geplant und deshalb konnte schon David prophetisch davon reden. Bei seiner zweiten großen Predigt beruft sich Petrus wieder auf das Alte Testament:

Apostelgeschichte 3,18.21:
"Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, daß nämlich der Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt. den der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat."

Gott hat von jeher, also von der ersten Seite der Bibel an durch den Mund seiner Propheten geredet und durch alle Propheten verkündigt, dass sein Christus leiden soll. Der Jünger Stephanus geht sogar noch einen Schritt weiter: Er fasst das ganze Alte Testament in einer Predigt (es lohnt sich das Kapitel 7 einmal ganz zu lesen) zusammen, um den Juden zu zeigen, das Jesus derjenige ist, der als Messias verheißen wird (Apostelgeschichte 7,51-53) 7,51: Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter, so auch ihr! 7,52: Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, die vorher das Kommen des Gerechten ankündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid 7,53: - ihr, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt!
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Für diese Auslegung wurde Stephanus danach gesteinigt. In der bekannten Geschichte von Philippus in Apostelgeschichte 8  findet der wahrscheinlich zweithöchste Mann Äthiopiens durch eine Auslegung des Jesaja-Buches zu Jesus, nachdem er in Jerusalem nur Rituale aber keinen lebendigen Gott gefunden hat. Paulus setzt noch einen drauf, wenn er in (Apostelgeschichte 9,22) 9,22: Saulus aber wurde noch mehr gestärkt und beunruhigte die Juden, die in Damaskus wohnten, indem er bewies, daß dieser der Christus ist.
durch das Wort (Altes Testament!) beweist, das Jesus der Messias ist! Diese Gedanken sind offenbar sehr gefährlich, denn er entkommt darauf nur knapp einem Mordanschlag! Ein Kapitel später belegt er durch die Propheten, dass durch Jesu Namen Sünden vergeben werden können,  (Apostelgeschichte 10,43) 10,43: Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, daß jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt.
und (Apostelgeschichte 17,2-3) 17,2: Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften, 17,3: indem er erläuterte und darlegte, daß der Christus leiden und aus den Toten auferstehen mußte, und [sprach:] Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der Christus!

Als letztes Beispiel soll noch ein Jude Namens Apollos dienen, der mächtig in den Schriften war. Als er Christ wurde, gelingt es ihm die Juden mit dem Alten Testament zu widerlegen und zu beweisen das Jesus der verheißene Messias ist (Apostelgeschichte 18,24-26) 18,24: Aber ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, kam nach Ephesus, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften. 18,25: Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes. 18,26: Und er fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Als nun Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus.
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Die Basis aller dieser Bibelarbeiten ist alleine das Alte Testament, aber die Auslegungen haben eingeschlagen wie eine Granate: Entweder haben sich Tausende bekehrt, oder der Jünger sollte gelyncht werden. 12-mal präsentierten Christen Jesus alleine aus dem AT, und zeigten, dass er der Christus ist. Dieser erfolgreiche und effektive Ansatz von Petrus, Paulus, Stephanus, Philipp, Aquila, Priscilla und Apollo ist heute bei uns Christen leider in Vergessenheit geraten. Wo steckt Jesus im Alten Testament, wo sind sie, die Cross-Files? Das AT ist im NT erklärt und das NT ist im AT enthalten. Das Alte Testament ist das Schloss, und das Neue Testament ist der Schlüssel!

Ist das Alte Testament vielleicht erst später geschrieben worden? Man könnte meinen, dass das AT erst Jahre nach Jesu Tod geschrieben wurde, dann sind die zahlreichen Übereinstimmungen zwischen Prophetien und der Person Jesus einfach zu erklären. Der Zweifel lässt sich aber schnell zerstreuen, denn bereits in den Qumran-Rollen aus dem Jahr 80 v.Chr ist die Jesaja-Rolle enthalten. Ein anderer historischer Fakt ist die Tatsache, dass sich im Jahr 285 v.Chr 70 Juden in Alexandria getroffen haben um in 15 Jahren die Bibel ins Griechische zu übersetzen, nachdem Alexander der Große Griechisch als die nationale Sprache durchgesetzt hat. Diese Version der Bibel (die Septuaginta = 70) enthält bereits unser heutiges Altes Testament. Manche Texte des Alten Testamentes sind bekannt, etwa die Stelle in (Micha 5,1-14) 5,1: Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda; aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist. 5,2: Darum gibt er sie hin bis zu der Zeit, da die, welche gebären soll, geboren haben wird; und dann wird der Überrest seiner Brüder zu den Kindern Israels zurückkehren. 5,3: Und Er wird auftreten und [sie] weiden in der Kraft des HERRN und in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes; und sie werden [sicher] wohnen; denn nun wird Er groß sein bis an die Enden der Erde. 5,4: Und dieser wird der Friede sein! Wenn der Assyrer in unser Land kommt und unsere Paläste betritt, so werden wir sieben Hirten, ja acht Menschenfürsten gegen ihn aufstellen; 5,5: die werden das Land Assyrien mit dem Schwert abweiden und das Land Nimrod in seinen Toren; und so wird er uns von dem Assyrer erretten, wenn dieser in unser Land kommt und unser Gebiet betritt. 5,6: Und der Überrest Jakobs wird inmitten vieler Völker sein wie ein Tau vom HERRN, wie Regenschauer auf das Gras, das auf niemand wartet und nicht auf Menschenkinder hofft. 5,7: Und der Überrest Jakobs wird unter den Nationen inmitten vieler Völker sein wie ein Löwe unter den Tieren des Waldes, wie ein junger Löwe unter den Schafherden, der, wenn er hindurchgeht, niedertritt und zerreißt, so daß niemand retten kann. 5,8: Deine Hand wird siegen über deine Widersacher, und alle deine Feinde sollen ausgerottet werden! 5,9: An jenem Tag soll es geschehen, spricht der HERR, daß ich deine Rosse aus deiner Mitte ausrotten und deine Wagen abschaffen werde; 5,10: und ich will die Städte deines Landes ausrotten und alle deine Festungen niederreißen. 5,11: Ich will auch die Zaubermittel aus deiner Hand ausrotten, und du sollst keine Zeichendeuter mehr haben. 5,12: Auch deine Bilder und deine Bildsäulen will ich aus deiner Mitte vertilgen, daß du das Werk deiner Hände nicht mehr anbeten sollst. 5,13: Dazu will ich die Aschera-Standbilder in deiner Mitte vertilgen und deine Städte verwüsten. 5,14: Und ich werde mit Zorn und Grimm Rache üben an den Heidenvölkern, die nicht hören wollten.
, wo geschrieben steht, dass Gott in Bethlehem Mensch wird, die Ankündigung der Jungfrauengeburt in (Jesaja 9,1-20) 9,1: Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen; über den Bewohnern des Landes der Todesschatten ist ein Licht aufgeleuchtet. 9,2: Du hast das Volk vermehrt, hast seine Freude groß gemacht; sie werden sich vor dir freuen, wie man sich in der Ernte freut, wie [die Sieger] jubeln, wenn sie Beute verteilen. 9,3: Denn du hast das Joch zerbrochen, das auf ihm lastete, und den Stab auf seiner Schulter, und den Stecken seines Treibers, wie am Tag Midians. 9,4: Denn jeder Stiefel derer, die gestiefelt einherstapfen im Schlachtgetümmel, und jeder Mantel, der durchs Blut geschleift wurde, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 9,5: Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst. 9,6: Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, daß er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun! 9,7: Ein Wort hat der Herr gegen Jakob gesandt, und es soll in Israel niederfallen. 9,8: Das ganze Volk soll es erkennen, Ephraim und die Bewohner von Samaria, die im Stolz und Übermut des Herzens sagen: 9,9: Ziegelsteine sind eingestürzt, wir aber wollen mit Quadern aufbauen; Maulbeerbäume wurden abgehauen, wir aber wollen Zedern an ihre Stelle setzen! 9,10: Doch der HERR hat die Feinde Rezins ihm überlegen gemacht und seine Gegner aufgestachelt, 9,11: die Aramäer von vorn und die Philister von hinten, und sie sollen Israel mit vollem Maul fressen. - Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt. 9,12: Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und sie suchen den HERRN der Heerscharen nicht. 9,13: Darum wird der HERR von Israel Haupt und Schwanz abhauen, Palmzweig und Binse an {einem} Tag. 9,14: Der Älteste und Angesehene ist das Haupt, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz. 9,15: Die Führer dieses Volkes sind Verführer geworden, und die von ihnen Geführten sind verloren. 9,16: Darum freut sich auch der Herr nicht über seine auserwählten [Krieger] und hat kein Erbarmen mit seinen Waisen und Witwen; denn sie sind alle Frevler und Bösewichte, und jeder Mund redet Torheit! - Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt. 9,17: Denn die Gottlosigkeit brennt wie ein Feuer: Dornen und Disteln frißt sie, und die dichten Wälder zündet sie an, so daß Rauchsäulen emporwirbeln. 9,18: Durch den Zorn des HERRN ist das Land wie ausgebrannt und das Volk wie vom Feuer verzehrt; keiner hat Mitleid mit dem anderen. 9,19: Man verschlingt zur Rechten und bleibt hungrig, man frißt zur Linken und wird nicht satt; jeder frißt das Fleisch seines eigenen Arms, 9,20: Manasse den Ephraim und Ephraim den Manasse, und diese beiden fallen über Juda her! - Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt.
oder die Beschreibung des gekreuzigten Messias in (Jesaja 53,1-12) 53,1: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des HERRN, wem ist er geoffenbart worden? 53,2: Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. 53,3: Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. 53,4: Fürwahr, {er} hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 53,5: Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. 53,6: Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. 53,7: Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. 53,8: Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. 53,9: Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen [war er] in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war. 53,10: Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des HERRN wird in seiner Hand gelingen. 53,11: Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird {er} tragen. 53,12: Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.
. Es gibt aber andere, versteckte Stellen im Alten Testament, die ebenfalls von Gottes großem Plan erzählen. Der erste Cross-File steht ganz vorne in der Bibel, im ersten Buch Mose.

Gottes Gericht

Der Akt spielt kurz nach dem Sündenfall. Eva ließ sich von der Schlange verführen, gegen Gottes Gebot zu verstoßen und Adam hat mitgemacht. Gott stellt daraufhin seine beiden Menschen, die Krönung seiner Schöpfung, zur Rede:

1. Mose 3,12-16:
"Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß! Da sprach Gott der HERR zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen! Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang! Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen!"

An dieser Stelle erklärt Gott dem Satan, dem Verführer, dem Lügner von Anfang an den Krieg. Satan ist der Vater der Sünde, der Verführer Evas. Seit dieser Entscheidung der Menschen gegen ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott, leben wir Menschen (nach Römerbrief Kapitel 8 sogar alle Kreatur) getrennt von Gott. Gott verflucht die Schlange, sie muss auf dem Boden kriechen. Aber jetzt kommt der wirklich interessante Teil. Achten wir einmal in Vers 15, wen Gott immer anspricht. Gott wird Feindschaft setzen zwischen Evas Samen und dem Samen Satans. Wer wird dem Satan den Kopf zermalmen? Der Same Evas! Und was wird der Same Satans tun? Er wird dem Samen Evas in die Ferse stechen! Viele Theologen nennen diese Bibelstelle das Protoevangelium, das erste Evangelium, weil hier schon angekündigt wird, was Gottes Heilsplan ist. Es wird einen Samen Evas geben, der dem Satan den Kopf zermalmt! Dieser Nachkomme Evas ist Jesus, der am Kreuz für unsere Sünden stirbt, dass heißt, der Satan sticht ihn in die Ferse. Aber er ist nach drei Tagen auferstanden und wird den Satan endgültig zermalmen. Das erwarten wir, wenn wir der Offenbarung des Johannes glauben. Was weiter interessant scheint, ist folgender Widerspruch: Der Same Evas! Es ist ein biologisches Paradoxon. Die Bibel weiß wohl woher der Same kommt! Die Mutter Jesu, Maria war so ziemlich die einzige Person, bei der kein Mann einen Samen dazugegeben hat. Deutet diese Umschreibung "Same Evas" bereits auf die Jungfrauengeburt Jesu hin?

Die Begründung für den Namen der Frau Adams (1.Mose 3,20) 3,20: Und Adam gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.
ist wieder eine Stelle, die wir als Christen im Rückblick ganz neu lesen können. Eva, die Mutter aller Lebenden, kann zweierlei bedeuten:

  • Wir sind alle biologisch die Kinder derselben Frau!
  • Diejenigen Menschen, die durch den Samen Evas leben werden, sind ihre Kinder. Jesus sagt ja zu seinen Jüngern: "Ich lebe und ihr sollt auch leben!".

Nach christlichem Verständnis lebt ein Mensch erst dann richtig, wenn er durch den Messias das Leben geschenkt bekommen hat. Die Lebenden sind also die wiedergeborenen Christen.

Alle jüdischen Frauen haben sich immer einen Sohn gewünscht und gehofft, dass sie vielleicht die Mutter des Messias wird. In solchen Bibelstellen wie (1.Mose 3,1-24) 3,1: Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, daß ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? 3,2: Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen; 3,3: aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Eßt nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt! 3,4: Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! 3,5: Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist! 3,6: Und die Frau sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und daß er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß. 3,7: Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, daß sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze. 3,8: Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter den Bäumen des Gartens. 3,9: Da rief Gott der HERR den Menschen und sprach: Wo bist du? 3,10: Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen! 3,11: Da sprach er: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? 3,12: Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß! 3,13: Da sprach Gott der HERR zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen! 3,14: Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang! 3,15: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 3,16: Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! 3,17: Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: »Du sollst nicht davon essen!«, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen! Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang; 3,18: Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. 3,19: Im Schweiße deines Angesichts sollst du [dein] Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren! 3,20: Und Adam gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. 3,21: Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. 3,22: Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was gut und böse ist; nun aber - daß er nur nicht seine Hand ausstrecke und vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! 3,23: So schickte ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. 3,24: Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
wird ein Aspekt des Messias angedeutet, zum Beispiel: Er schenkt Leben, er zermalmt dem Teufel den Schädel. In anderen Stellen wird Gottes ganzer Heilsplan gezeichnet, zum Beispiel in der bekannten Geschichte von der Opferung Isaaks.

Abraham und Isaak

1. Mose 22,1-14:
"Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde! Da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel; und er nahm zwei Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak; und er spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, den ihm Gott genannt hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne. Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten, und dann wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand, und sie gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm zum Brandopfer? Und Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie gingen beide miteinander. Und als sie an den Ort kamen, den Gott ihm genannt hatte, baute Abraham dort einen Altar und schichtete das Holz darauf; und er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Und Abraham streckte seine Hand aus und faßte das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham! Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich! Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen! Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle seines Sohnes. Und Abraham nannte den Ort: »Der HERR wird dafür sorgen«, so daß man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der HERR dafür sorgen!"

Diese Geschichte kennt fast jeder aus der Kinderkirche oder dem Religionsunterricht. Trotzdem steckt hinter der Opferung Isaaks so viel mehr, wenn die Geschichte transparent wird. Also leuchten wir einmal hindurch! Der erste wirklich interessante Punkt, ist die Frage, wo der Berg Moria liegt! Zum Glück gibt es die Wissenschaft, denn die Archäologen haben den Berg lokalisieren können. Der Berg Moria liegt mitten im heutigen Jerusalem, und ist der Berg auf dem der Tempel der Juden später stand und auf dem heute der Felsendom steht und ist somit nur ca. 300 Meter entfernt vom Kreuzigungsort Jesu, Golgatha. An diesen Ort sollte Abraham also seinen Sohn Isaak bringen, seinen einzigen Sohn, den er lieb hat V.2! Aber stop mal, Abraham hatte doch zwei Söhne, Isaak und Ismael; hat sich Gott etwa verzählt? Aber an was erinnert uns das denn? Jesus ist doch der einzige Sohn Gottes, der von ihm sagt, dass er ihn liebt. In den Augen Abrahams war Isaak bereits tot. Gott hatte Isaaks Leben gefordert, daran war nichts zu rütteln. Wann schenkt Gott Isaak sein Leben? V.4. Nach drei Tagen! Und wann ist Jesus von den Toten auferstanden? Am dritten Tag. Das mag ja noch alles Zufall sein, aber die Parallelen häufen sich, wenn Isaak sein Opferholz selber zu seiner Richtstätte hinauftragen muss V.6, hat nicht Jesus auch sein Holzkreuz hinauf nach Golgatha tragen müssen?

Und jetzt kommt die Frage, die Hunderte von Jahren unbeantwortet geblieben ist. Isaak stellt die Frage seinem Vater: "Wo ist das Schaf, dass sich Gott zum Opfer ausersehen hat?" Wo ist das Opfer, dass für unsere Sünden stirbt? Abraham weiß es noch nicht und antwortet prophetisch: "Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn." Lange nach dem Tod Abrahams wird diese Frage von Johannes dem Täufer beantwortet werden:

Johannes 1,29:
"Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!"

Und dann geschieht wieder etwas besonderes. Gott ersieht sich ein stellvertretendes Opfer. Jemand anderes muss sterben, aber Isaak darf leben. Es ist ein Schaf, ein Widder, der sich mit den Hörnern in einem Dornengestrüpp verfangen hat. Ist der Kopf desjenigen mit Dornen gekrönt? Was Abraham und Isaak erleben ist ein Anspiel, ein Theaterstück auf der Weltbühne, eine Vorführung dessen, was Gott vorhat.

  • Schauspieler: Abraham und Isaak
  • Regisseur: Der Heilige Geist
  • Das Stück: Jesus rettet die Welt
  • Das Publikum: Bibelleser über 2000 Jahre

Sie spielen Gottes Heilsplan mit den Menschen an der Stelle, wo es Hunderte von Jahren später stattfinden wird. Das Tragen des Kreuzes, der Opfertod des einzigen, geliebten Sohnes, damit andere leben, die Dornen, ... und alles auf dem Berg Moria!

Und um der Sache die Krone aufzusetzen, nennt Abraham diesen Ort: "Auf dem Berg des HERRN wird ersehen." Hier wird es gesehen werden das Opfer! Und hier hat man Jesus gesehen, am Kreuz für uns gestorben, damit wir leben.

Gott kann nicht

In der Bibel steht das es mindestens drei Dinge gibt, die Gott nicht tun kann. Natürlich kann man dann einwenden, wie Gott denn allmächtig sein will, wenn es Dinge gibt, die er nicht tun kann. Aber das scheinen mir doch reichlich akademische Fragen zu sein. Drei Dinge gibt es, die dem Wesen Gottes widersprechen.

Gott kann nicht lügen

Das ist keine Hypothese, das sagt Gott selbst in seinem Wort. Zum einen im Titus-Brief:

Titus 1,2:
"aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens, das Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat"

aber auch in:

4. Mose 23,19:
"Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge, noch ein Menschenkind, daß ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?"

Gott ist nicht wie Menschen, er bricht sein Wort nicht, er kann nicht lügen. Was Gott gesagt hat, hat Bestand.

Gott kann nicht lernen

Gott kann alleine deshalb nicht lernen, weil er einfach schon alles weiß.

Jesaja 46,9-10:
"Gedenket des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich."

Gott weiß alles vom Anfang her. Er hat schon immer gewusst was kommen wird. Das ist gut für uns, denn das heißt, dass Gott nie schockiert über uns ist. Wenn du morgen Gott verleugnest, ist Gott nie entsetzt oder überrascht. Gott sagt niemals: "Das hätte ich nicht von Dir gedacht" Man braucht nie die Angst zu haben, dass einem nicht vergeben wird. Gott hat schon vor Beginn der Welt gewusst, dass ich mit 42 nur noch vor der Glotze versumpfe. Gott ist traurig, aber er ist nicht überrascht.

Gott kann uns seine Liebe nicht aufzwingen

Gott kann seine Liebe den Menschen nicht aufzwingen: Er hat uns mit einem freien Willen geschaffen, und Gott wird uns nie zu etwas zwingen. Auch nicht zum Besten was er überhaupt schenken kann.

Warum kann Gott vom Anfang her alles wissen, was geschehen wird? Die Antwort ist einfach, wenn wir uns darüber Gedanken machen, was oder wer Gott eigentlich ist! Gott ist nicht Materie, niemand hat Gott je gesehen, sagt die Bibel. Gott lebt außerhalb der Zeit. Gott ist Geist, was immer das heißt. Gott lebt außerhalb unserer 3-4 Dimensionen. Dort wo Gott lebt ist Ewigkeit. Ewigkeit heißt nicht "ganz viel Zeit", sondern Ewigkeit ist etwas außerhalb der Zeit.

Die Zeit der Menschen heißt in der Bibel Chronos. Die Zeit Gottes heißt Kairos und ist somit etwas ganz anderes als unsere lineare, chronologische Zeit. Wir können uns nur an Vergangenes erinnern, Gott kann Vergangenes und die Zukunft unserer Zeit sehen. Der Widerspruch im (Ruth 1,16-17) 1,16: Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, daß ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! 1,17: Wo du stirbst, da sterbe auch ich, und dort will ich begraben werden; der HERR tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll!
macht in Gottes Dimension Kairos Sinn. Wie sagt Doc Emmett Brown zum Marty so schön über seine abzweigenden Zeitpfeile: "Marty, du musst 4-dimensional denken". Wenn Gott der Herr über die Zeit ist, dann ist ihm wirklich alles möglich. Deshalb kann Gott auch sagen, dass er schon vor Erschaffung der Welt alles gewusst hat. Gott sieht den Anfang und das Ende gleichzeitig. Es heißt auch:

Epheser 1,4-5:
"Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens,"

Gott hat mich auserwählt, bevor er die Welt erschaffen hat, daß muß man sich mal reinziehen! Gott hat mich schon geliebt bevor es mich überhaupt gegeben hat. Wenn Gott uns etwas erklärt über etwas, daß in unserer Zeitlinie stattfinden wird, oder stattgefunden hat, dann nennt man das Prophetie.

Aber Gott tut nicht nur alles was er gesagt hat (er kann nicht lügen) er tut auch nichts was er nicht vorher angekündigt hätte. Das ist natürlich heftig, Gott tut nichts, was er den Propheten nicht zuvor gesagt hat (Ruth 1,19-20) 1,19: So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem gelangten. Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und man fragte: Ist das die Naemi? 1,20: Sie aber sprach: Nennt mich nicht Naemi, sondern nennt mich Mara; denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht!
. Wenn das heute noch stimmt, was ich mal schwer annehme, dann sagt uns die Offenbarung alles voraus, was Gott noch mit dieser Welt anfangen wird. Die Bibel informiert besser als jede andere Quelle. Eine Zeitung erzählt was gestern passiert ist, die Bibel erzählt, was uns morgen erwartet.

Im Johannes-Evangelium sagt Jesus zu den Oberbibelforschern der Pharisäer, die teilweise die Bücher Mose auswendig konnten:

Johannes 5,39-40.45-47:
"Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen. Denkt nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?"

Jesus sieht den löblichen Grund der Pharisäer die Schriften zu studieren: Sie wollen ewiges Leben haben. Aber das Leben steckt nicht im Buchstaben, sondern in der Person auf die die Buchstaben hinweisen: Jesus!

Die Heeresordung um die Stiftshütte

Die Parallelen zwischen der Stiftshütte und der Person Christi sind sehr vielfältig, wenn man genau nachliest findet sich zu jedem Element in der Stiftshütte eine Parallele zur Person Jesu: Tür, Altar, Leuchter, Schaubrottisch....  Nun soll es aber um etwas ganz anderes gehen. Die 1-2 Millionen Israelis lagerten jeden Abend um ihre Stiftshütte, in der die 10 Gebote im Allerheiligsten aufbewahrt wurden. Damit die Campingaktion nicht allzu chaotisch wurde, gibt es konkrete Anweisungen von Gott, wie das von statten zu gehen hatte

4. Mose 2,1-6:
"Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach: Die Israeliten sollen um die Stiftshütte her sich lagern, ein jeder bei seinem Banner und Zeichen, nach ihren Sippen. Nach Osten soll sich lagern das Banner des Lagers Juda mit seinen Heerscharen: sein Fürst Nachschon, der Sohn Amminadabs, und sein Heer, 74600 Mann. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Issachar: sein Fürst Netanel, der Sohn Zuars, und sein Heer, 54400 Mann."

Warum macht sich Gott darüber Gedanken, in welcher Reihenfolge sein erwähltes Volk die Zelte aufschlägt, und wer wo lagert? Da müßte ja eigentlich etwas dahinter sein. Wenn man sich nun den Lagerplan aufzeichnet und alle Heere in einem Kreis um die Stiftshütte lagert, dann stimmten nur für vier Stämme die Himmelsrichtungen. Werden die Lager aber wirklich in die Himmelsrichtungen gelegt, dann ergibt sich über die Menge der lagernden Stämme genau eine Kreuzesform durch die Anzahl der Personen. der Querbalken nach Norden und Süden mit je zirka 150.000 Kämpfern und der Längsbalken mit 100.000 nach Westen und 180.000 nach Osten. Hat Bileam in 4.Mose das Kreuz gesehen, als ihn der Geist Gottes überkam?

4. Mose 24,2:
"hob seine Augen auf und sah Israel, wie sie lagerten nach ihren Stämmen. Und der Geist Gottes kam auf ihn,"

Das Ararat Datum

Im 1. Mose in Kapitel 6-8 wird die Geschichte der Sintflut erzählt. Die Geschichte eines Gerichtes Gottes und des Neuanfanges Gottes mit den acht Menschen die in der Arche sein Gericht überlebt haben. Ganz schön heftig, wenn man es sich überlegt. Es gibt Historiker die meinen zu wissen, dass es zu Noahs Zeiten 7 Milliarden Menschen gegeben haben mag. Wie die da drauf kommen ist mir schleierhaft. Aber von all den Menschen überlebt nur eine kleine Anzahl, 8 Personen. Es war auch nur ein Eingang zur Stiftshütte. Und Jesus sagt auch dass er alleine der Weg zum Vater ist. Er ist die eine Tür!

Matthäus 7,13-14:
"Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind `s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind `s, die ihn finden!"

Ist das ein Prinzip, dass sich durch die Bibel zieht, bis hin zum jüngsten Gericht? Noah und seine Verwandten sitzen also in der Arche, irgendwann ruckelt es uns sie sitzen fest auf einem Berg namens Ararat. Die Bibel erzählt hierzu eigentlich nur eine Sache, nämlich das Datum:

1. Mose 8,3-4:
"Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen. Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat."

Was ist so wichtig an diesem Zeitpunkt, der siebzehnte Tag des siebten Monat, an dem nach einer langen Zeit in der Arche neues Leben beginnt. Nun muss man sich mal den jüdischen Kalender ansehen. Das jüdische Jahr beginnt nämlich nicht wie bei uns im Januar, sondern zwischen den Monaten Elul und Tischri, irgendwann im September. Nun gibt es ein Datum, dass Gott so wichtig ist, dass er später den Jahresbeginn verschiebt.

2. Mose 12,1-6:
"Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er`s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, daß sie das Lamm aufessen können. Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr`s nehmen und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend."

Gott hatte eine Plan mit seinem Volk den er für so wichtig nahm, dass er den Kalender neu gestaltete. Und fromme Juden feiern heute tatsächlich in diesem Monat den Jahresbeginn. Doch was war der Plan? Jeder Jude sollte ein einjähriges, fehlerloses, männliches Lamm schlachten. Das Blut des Lammes bewahrte vor dem Gericht Gottes an den Ägyptern. Die Israelis wurden nicht verschont, weil sie so anständig waren, oder weil sie im Haus geblieben sind als der Todesengel Gottes durch Ägypten ging, sondern sie wurden gerettet weil das Lamm für sie gestorben war. Auch uns rettet einmal nicht unser Lebenswandel, sondern das Blut Christi, des Lammes Gottes, der für uns geschlachtet wurde. Aber an welchem Monat sollte der 14 Tag gewählt werden?

2. Mose 13,4:
"Heute zieht ihr aus, im Monat Abib."

Der Monat Abib entspricht dem jüdischen Monat Nisan. (Es gab mit den Monatsnamen ein bisschen Verwirrung nach der babylonischen Gefangenschaft). An diesen Tagen wurde Jahrhunderte später Jesus gekreuzigt, am Passahfest, ab dem 14.Tag des Monates Nisan. Das Abendmahl Jesu fand am ersten Tag des Festes der ungesäuerten Brote statt, also am 14.Tag statt. Am 15.Tag wurde er festgenommen, am 16.Tag lag er im Grab und am 17.Tag ist er auferstanden. Hier wird neues ewiges Leben möglich, weil Jesus den Tod überwunden hat.

Und jetzt zählen wir mal ab, wann die Arche auf dem Ararat strandete. Beginnend am ersten Monat nach jüdischer Zählung, Tischri, am siebenten Monat, am 17.Tag. WOW - Es ist genau der gleiche Tag, an dem Christus Generationen später auferstehen wird. Ist der 17.Tag im Monat Nisan ein göttliches Datum, oder ist das einfach alles nur Zufall? Dieses Datum ist Gott so wichtig, dass er hierzu den Kalender ändert:

  • Arche
  • Auszug aus Ägypten
  • Christi Kreuzestod

Gottes Gericht und Neubeginn mit den Menschen an immer ein und demselben Tag. Das kann doch kein Zufall sein? Oder hat der heilige Geist jedes Wort eingegeben.

Ruth Typus

Ein ganz anderer Weg den Messias im Alten Testament zu entdecken, geschieht durch einen TYPUS. An vielen Gestalten im Alten Testament macht Gott seine souveräne Art zu Handeln, sein Weg mit den Menschen, seine Entscheidungen in gewissen Situationen klar. Nehmen wir alle diese bruchstückhaften Elemente zusammen ergibt sich ein Bild, das durch Jesus erfüllt wird. Es geht bei einem Typus also nicht um Details von Jesu Leben (wie etwa die Dornenkrone, stirbt am Holz auf dem Berg Moria, wird in Bethlehem geboren, o.ä.) sondern um das Wesen Gottes und die Art der Rettung. Im Buch Hosea heißt es

Hosea 12,11:
"Ich habe zu den Propheten geredet und viele Offenbarungen gegeben und durch die Propheten in Gleichnissen gelehrt."

Gott spricht durch zahlreiche Gesichte (unser Wort heute wäre Visionen) zu den Propheten. Und Gott gibt Gleichnisse. Nun hat Gott im Alten Testament eigentlich keine Gleichnisse erzählt, wie wir sie von Jesus kennen. Man kann dieses Wort aber auch mit Typus, Abbild, Typen oder ähnlichem übersetzten. Durch das Handeln biblischer Gestalten gibt Gott Gleichnisse, die auf seine Person hindeuten, durch das Leben der erwählten Personen zeigt er den Weg zur Rettung.

Es gibt einige herausragende Typen für Jesus, wie zum Beispiel Josef. 1.Mose 37-45 lohnt sich mal im Hinblick auf Jesus zu lesen. Ein kurzer Crashkurs, dass ihr wisst, was ich meine:

  • Josef ist der geliebte Sohn des Vaters
  • gehasst von den Brüdern
  • verkauft und verraten
  • lag im Brunnen (3 Tage?)
  • Brüder verneigen sich vor ihm in einem fernen Land
  • Josef ist verworfen und wird erhöht

Typus-Spezialisten sprechen von fast 100 Parallelen bei Josef auf Jesus hin. Josef ist ein Prototyp für den Messias. Hier werden Bruchstücke von Gottes Handeln vorgezeichnet.

Es gibt sehr viele solcher TYPEN im Alten Testament. Eine vielleicht ungewöhnliche ist die Liebesgeschichte zwischen Ruth und Boas, bzw. Ruth und Noomi.

Was ist Gottes größtes Werk?

Wenn wir uns darüber Gedanken machen, was das größte Werk Gottes ist, dann fällt uns wahrscheinlich die Schöpfung ein! Wenn man nach einer anstrengenden Wanderung auf dem Gipfel eines hohen Berges sitzt, oder am Meer den gewaltigen Sternenhimmel betrachtet, dann kommt man schnell zu dem Schluss: Die Schöpfung ist das gigantischste Werk Gottes.

Wie viele der 1159 Kapitel der Bibel sprechen von der Schöpfung? Wenn es hochkommt: zehn! Im 1. Buch Mose einige Kapitel und dann ein paar Psalmen! Fast der ganze Rest der Bibel erzählt davon, wie Gott die Menschen retten will!

  • Was hat es Gott gekostet das Universum zu schaffen? - 6 Tage
  • Was hat es Gott gekostet die Menschen zu retten? - Seinen geliebten Sohn

Wenn wir die Bibel im Überblick betrachten, dann ist aus Gottes Sicht unsere Rettung das größte Werk.

Und unsere Rettung, Gottes Heilsplan, ist im Alten Testament bereits vorgezeichnet, besonders schön im Buch Ruth. Das Leben von Ruth ist zum einen eine historische Geschichte und reale Begebenheit, aber ihr Leben zeigt als Gleichnis Gottes (siehe die Hosea-Stelle) unseren Weg der Rettung vor.

Die Erlösung der Menschheit wird erklärt durch das Buch Ruth. Wer ist nun ein Typus für wen? Das kriegt man schnell selber heraus.

Der Boas/Ruth-Typus

Wann spielt das Buch Ruth? In der Richterzeit. Die Richterzeit ist eine der chaotischsten Zeiten der Geschichte Israels. Es gab noch keinen König und der letzte Vers im Buch Richter fasst die Situation schön zusammen;

Richter 21,25:
"Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen."

Jeder hat getan, was er für richtig hielt. Das klingt unheimlich tolerant, modern und neuzeitlich, hat am Ende in Israel doch zum Chaos geführt. Es gab keine Ordnung. Die Geschichte beginnt in Bethlehem (Ruth 1,1-5) 1,1: Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen. 1,2: Und der Name dieses Mannes war Elimelech, und der Name seiner Frau Naemi, seine beiden Söhne aber hießen Machlon und Kiljon; sie waren Ephratiter aus Bethlehem in Juda. Und sie kamen in das Gebiet von Moab und lebten dort. 1,3: Elimelech aber, Naemis Mann, starb, und sie blieb allein mit ihren beiden Söhnen. 1,4: Und diese nahmen sich moabitische Frauen; der Name der einen war Orpa, und der Name der anderen Ruth. Und sie wohnten etwa zehn Jahre dort. 1,5: Danach starben auch sie beide, Machlon und Kiljon, so daß die Frau ohne ihre beiden Söhne und ihren Mann allein zurückblieb.
. Es beginnt mit einer Hungersnot (in der Bibel übrigens ein Bild für Gottes Gericht) und eine Familie sieht keinen anderen Ausweg, als Israel, das von Gott gegebene Land zu verlassen und in das heidnische Moab auszuwandern, auf der Suche nach etwas Essbarem. Moab war kein besonders geglückter Handgriff. Papa Elimelech, was soviel heißt wie "Mein Gott ist König stirbt als erster". Die beiden Söhne Machlon und Kiljon nehmen sich moabitische, heidnische Frauen, was nach dem Gesetz verboten ist und sterben darauf hin. Die Namen der Söhne sind auch etwas ausgefallen, denn Machlon heißt "Krank" und Kiljon heißt "Hinfällig".
Zurück bleibt Mutter Noomi und die beiden verbotenen Schwiegertöchter Orpa und Ruth. Nun ist die soziale Situation dreier Witwen in diesen Tagen nicht unbedingt der Hit gewesen, und Noomi entschließt sich nach Bethlehem zurückzukehren, auf der Suche nach etwas Brot. Bethlehem heißt dann auch "Haus des Brotes". Da fällt einem doch gleich ein, wie sich der bekannteste Bethlehemer Jesus selbst einmal genannt hat (Johannes 6,35) 6,35: Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten.
. Noomi fängt auf der Rückreise eine Diskussion mit den Schwiegertöchtern an und versucht sie zu überreden zu ihren Familien zurückzugehen (Ruth 1,11-14) 1,11: Aber Naemi sprach: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich denn noch Söhne in meinem Schoß, die eure Männer werden könnten? 1,12: Kehrt um, meine Töchter, und geht heim! Denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu heiraten. Und wenn ich auch spräche: Es ist zu hoffen, daß ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und sogar Söhne gebäre! - 1,13: wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß geworden sind? Wolltet ihr euch deshalb einschließen und keinen Mann heiraten? Nicht doch, meine Töchter! Denn mir ergeht es noch viel bitterer als euch, weil die Hand des HERRN gegen mich ausgestreckt ist! 1,14: Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten noch mehr; und Orpa küßte ihre Schwiegermutter [zum Abschied]; Ruth aber hing ihr an.
.
Diese komische Debatte muss man auf dem Hintergrund des jüdischen Gesetzes sehen. Starb der Mann einer Frau, dann musste der Bruder des Mannes sich der Frau annehmen (Leviratsehe). Deshalb sagt Noomi: "A- habe ich keinen Mann, B-Selbst wenn ich heute Nacht einen hätte müsstet ihr ewig warten bis die Jungs groß sind, und C- dann wärt ihr bereits alt und hässlich, wenn die Kinder heiratsfähig sind. Sieht schlecht aus für Euch Mädels, geht zu Euren Familien zurück". Orpa sieht das ein, verschwindet, aber Ruth stellt sich quer. Und was Ruth dann von sich gibt ist das vielleicht schönste Eheversprechen der ganzen Bibel (Ruth 1,16-17) 1,16: Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, daß ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! 1,17: Wo du stirbst, da sterbe auch ich, und dort will ich begraben werden; der HERR tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll!
.
Ruth lässt Noomi nicht allein und kehrt mit ihr, als heidnische, moabitische Ausländerin in das Dorf Bethlehem zurück, das Noomi mit ihrer Familie vor vielen Jahren verlassen hat (Ruth 1,19-20) 1,19: So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem gelangten. Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und man fragte: Ist das die Naemi? 1,20: Sie aber sprach: Nennt mich nicht Naemi, sondern nennt mich Mara; denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht!
. Das Dorf Bethlehem erweist sich hier als typisches Nest. Tratsch spricht sich herum, es wird geklatscht als die Leute Noomi erkennen. Noomi bittet darum, dass man sie nicht weiter Noomi (hebr. lieblich) nennt, sondern in Zukunft Mara (hebr. bitter). Ruth und Noomi lassen sich in der Umgebung von Bethlehem nieder und müssen nun zusehen wie sie über die Runden kommen (Ruth 2,2-3) 2,2: Ruth aber, die Moabiterin, sprach zu Naemi: Laß mich doch aufs Feld hinausgehen und Ähren auflesen bei dem, in dessen Augen ich Gnade finde! Da sprach sie zu ihr: Geh hin, meine Tochter! 2,3: Und so ging sie hin, kam und las Ähren auf dem Feld hinter den Schnittern her. Es traf sich aber, daß jenes Stück Feld dem Boas gehörte, der aus dem Geschlecht Elimelechs war.
.

Die Geschichte mit dem Ähren-auflesen hat einen Hintergrund, den man nur verstehen kann, wenn man das Buch 3. Mose kennt. Das Ähren auflesen war das Sozialsystem Israels für die Armen und die Fremdlinge. (3.Mose 19,9-10) 19,9: Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten und keine Nachlese nach deiner Ernte halten. 19,10: Auch sollst du nicht Nachlese halten in deinem Weinberg, noch die abgefallenen Beeren deines Weinberges auflesen, sondern du sollst es dem Armen und dem Fremdling lassen; denn ich, der HERR, bin euer Gott.
. Ein Bauer durfte nicht nachlesen auf seinem Feld. Was beim ersten mal liegen blieb war für die sozial Schwachen. Also gingen Ruth hinter den Knechten auf dem Feld her und las auf, was bei der Ernte liegen blieb. Dann beginnt eine typische Lovestory. Boas, der Besitzer des Feldes besucht seine Knechte, entdeckt Ruth und stellt dem Knecht die typischen Fragen: "Wer ist sie? Woher kommt sie? Was verdient Sie?" (Ruth 2,4-7) 2,4: Und siehe, Boas kam von Bethlehem her und sprach zu den Schnittern: Der HERR sei mit euch! Und sie antworteten ihm: Der HERR segne dich! 2,5: Und Boas fragte seinen Knecht, der über die Schnitter bestellt war: Zu wem gehört diese junge Frau? 2,6: Und der Knecht, der über die Schnitter bestellt war, antwortete und sprach: Das ist die moabitische junge Frau, die mit Naemi aus dem Gebiet von Moab zurückgekommen ist. 2,7: Und sie hat gesagt: Laß mich doch auflesen und zwischen den Garben sammeln hinter den Schnittern her! Und sie kam und blieb vom Morgen an bis jetzt; sie bleibt nicht lange zu Hause sitzen!
. Bevor sich Boas und Ruth begegnen, passiert etwas, worauf man einmal genau achten sollte! Ein Knecht stellt die Braut dem Bräutigam vor! Das geschieht öfter im Alten Testament, z.B. Elieser bringt Rebekka zu Isaak (1.Mose 24,1-67) 24,1: Und Abraham war alt und recht betagt, und der HERR hatte Abraham gesegnet in allem. 24,2: Und Abraham sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der Verwalter aller seiner Güter war: Lege doch deine Hand unter meine Hüfte, 24,3: daß ich dich schwören lasse bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, daß du meinem Sohn keine Frau nimmst von den Töchtern der Kanaaniter, unter denen ich wohne, 24,4: sondern daß du in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft ziehst und meinem Sohn Isaak dort eine Frau nimmst! 24,5: Da sprach der Knecht zu ihm: Vielleicht will aber die Frau mir nicht in dieses Land folgen - soll ich dann deinen Sohn wieder zurückbringen in das Land, aus dem du ausgezogen bist? 24,6: Abraham sprach zu ihm: Hüte dich, meinen Sohn wieder dorthin zu bringen! 24,7: Der HERR, der Gott des Himmels, der mich herausgenommen hat aus dem Haus meines Vaters und aus dem Land meiner Geburt, und der mit mir geredet hat und mir auch geschworen und gesagt hat: »Dieses Land will ich deinem Samen geben«, der wird seinen Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn von dort eine Frau nimmst. 24,8: Wenn die Frau dir aber nicht folgen will, so bist du entbunden von dem Eid, den du mir geschworen hast; nur bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin! 24,9: Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwor ihm in dieser Sache. 24,10: Und der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und allerlei Güter seines Herrn, und er machte sich auf und zog nach Aram-Naharajim, zu der Stadt Nahors. 24,11: Da ließ er die Kamele sich draußen vor der Stadt lagern bei einem Wasserbrunnen am Abend, zur Zeit, da die Jungfrauen herauszugehen pflegten, um Wasser zu schöpfen. 24,12: Und er sprach: O HERR, du Gott meines Herrn Abraham, laß es mir doch heute gelingen und erweise Gnade an meinem Herrn Abraham! 24,13: Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und die Töchter der Leute dieser Stadt werden herauskommen, um Wasser zu schöpfen. 24,14: Wenn nun ein Mädchen kommt, zu der ich spreche: »Neige doch deinen Krug, daß ich trinke!«, und sie spricht: »Trinke! Und auch deine Kamele will ich tränken!« - so möge sie diejenige sein, die du deinem Knecht Isaak bestimmt hast; und daran werde ich erkennen, daß du an meinem Herrn Barmherzigkeit erwiesen hast! 24,15: Und es geschah, ehe er noch ausgeredet hatte, siehe, da kam Rebekka heraus, die Tochter Bethuels, der ein Sohn der Milka, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams war; und sie trug einen Krug auf ihrer Schulter. 24,16: Sie war aber ein sehr schönes Mädchen, eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt; und sie stieg zum Brunnen hinab und füllte ihren Krug und stieg wieder herauf. 24,17: Da lief der Knecht ihr entgegen und sprach: Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug trinken! 24,18: Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und sie ließ den Krug sogleich auf ihre Hand nieder und gab ihm zu trinken. 24,19: Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie genug getrunken haben! 24,20: Und sie eilte und leerte den Krug aus in die Tränke und lief nochmals zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte für alle seine Kamele. 24,21: Und der Mann war erstaunt über sie, schwieg aber still, bis er erkannt hatte, ob der HERR seine Reise habe gelingen lassen oder nicht. 24,22: Und es geschah, als die Kamele alle getrunken hatten, da nahm er einen goldenen Ring, einen halben Schekel schwer, und zwei Armbänder für ihre Hände, zehn Schekel Gold schwer, 24,23: und sprach: Sage mir doch, wessen Tochter bist du? Haben wir im Haus deines Vaters auch Platz zu übernachten? 24,24: Sie sprach zu ihm: Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren hat. 24,25: Und sie sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und Platz genug zum Übernachten! 24,26: Da neigte sich der Mann und betete an vor dem HERRN, 24,27: und er sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Gnade und Treue meinem Herrn nicht entzogen hat, denn der HERR hat mich den Weg zum Haus der Brüder meines Herrn geführt! 24,28: Und die Tochter lief und berichtete dies alles im Haus ihrer Mutter. 24,29: Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß Laban. Und Laban lief rasch zu dem Mann draußen beim Brunnen. 24,30: Als er nämlich den Ring und die Armbänder an den Händen seiner Schwester gesehen und die Worte seiner Schwester Rebekka gehört hatte, die sprach: So hat der Mann zu mir geredet!, da ging er zu dem Mann, und siehe, der stand bei den Kamelen am Brunnen. 24,31: Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN, warum stehst du draußen? Ich habe das Haus geräumt und für die Kamele Platz gemacht! 24,32: So führte er den Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter, und Wasser, um seine Füße zu waschen und die Füße der Männer, die mit ihm waren, 24,33: und er setzte ihm zu essen vor. - Er aber sprach: Ich will nicht essen, bevor ich meine Sache vorgetragen habe. Er antwortete: So rede! 24,34: Er sprach: Ich bin ein Knecht Abrahams. 24,35: Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, daß er groß geworden ist, denn er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben. 24,36: Dazu hat Sarah, die Frau meines Herrn, in ihrem Alter meinem Herrn einen Sohn geboren; dem hat er alles gegeben, was ihm gehört. 24,37: Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst meinem Sohn keine Frau nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne; 24,38: sondern ziehe hin zum Haus meines Vaters und zu meinem Geschlecht; dort nimm meinem Sohn eine Frau! 24,39: Ich sprach aber zu meinem Herrn: Aber vielleicht will mir die Frau nicht folgen? 24,40: Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und deinen Weg gelingen lassen, daß du meinem Sohn eine Frau aus meiner Verwandtschaft und aus dem Haus meines Vaters nimmst. 24,41: Nur dann sollst du von dem Eid entbunden sein, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommst und sie dir diese nicht geben; dann bist du von dem Eid entbunden, den du mir geschworen hast. 24,42: So kam ich heute zum Wasserbrunnen und sprach: O HERR, du Gott meines Herrn Abraham, wenn du doch Gelingen geben wolltest zu meiner Reise, auf der ich bin! 24,43: Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jungfrau zum Schöpfen herauskommt und ich spreche: »Gib mir doch aus deinem Krug ein wenig Wasser zu trinken!« 24,44: und sie zu mir sagen wird: »Trinke, ich will deinen Kamelen auch schöpfen!« so möge doch diese die Frau sein, die der HERR dem Sohn meines Herrn bestimmt hat! 24,45: Ehe ich nun diese Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt Rebekka mit einem Krug auf ihrer Schulter und geht zum Brunnen hinab und schöpft. Da sprach ich zu ihr: »Gib mir doch zu trinken!« 24,46: Und sie nahm den Krug sogleich von ihrer Schulter und sprach: »Trinke, und ich will deine Kamele auch tränken!« So trank ich, und sie tränkte auch die Kamele. 24,47: Und ich fragte sie und sprach: »Wessen Tochter bist du?« Sie antwortete: »Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat.« Da legte ich einen Ring an ihre Nase und Armbänder an ihre Hände, 24,48: und ich neigte mich und betete an vor dem HERRN und lobte den HERRN, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hat, daß ich seinem Sohn die Tochter des Bruders meines Herrn nehme. 24,49: Wenn ihr nun meinem Herrn Liebe und Treue erweisen wollt, so sagt es mir; wenn nicht, so sagt es mir ebenfalls, daß ich mich zur Rechten oder zur Linken wende! 24,50: Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Diese Sache kommt von dem HERRN; darum können wir nichts gegen dich reden, weder Böses noch Gutes! 24,51: Siehe, Rebekka ist vor dir! Nimm sie und ziehe hin, damit sie die Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie der HERR geredet hat! 24,52: Und es geschah, als der Knecht Abrahams ihre Worte hörte, da verneigte er sich vor dem HERRN zur Erde. 24,53: Und der Knecht zog silberne und goldene Schmuckstücke und Kleider hervor und gab sie Rebekka; auch ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er Kostbarkeiten. 24,54: Da aßen und tranken sie, er samt den Männern, die mit ihm waren, und sie blieben dort über Nacht. Aber am Morgen standen sie auf, und er sprach: Laßt mich zu meinem Herrn ziehen! 24,55: Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch das Mädchen [noch] einige Tage lang bei uns bleiben, wenigstens zehn, danach magst du ziehen! 24,56: Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat meinen Weg gelingen lassen; laßt mich zu meinem Herrn ziehen! 24,57: Da sprachen sie: Laßt uns das Mädchen rufen und fragen, was sie dazu sagt! 24,58: Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm ziehen! 24,59: So ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme, samt dem Knecht Abrahams und seinen Leuten. 24,60: Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsere Schwester, werde zu vieltausendmal Tausenden, und dein Same nehme das Tor seiner Feinde in Besitz! 24,61: So machten sich Rebekka und ihre Mägde auf, und sie bestiegen die Kamele und folgten dem Mann nach. Und der Knecht nahm Rebekka mit und zog hin. 24,62: Und Isaak kam vom »Brunnen des Lebendigen, der [mich] sieht« - denn er wohnte im Negev -, 24,63: weil Isaak zur Abendzeit auf das Feld gegangen war, um zu beten; und er blickte auf und sah, und siehe, Kamele kamen daher. 24,64: Und Rebekka blickte auf und sah Isaak. Da ließ sie sich vom Kamel herab 24,65: und sprach zu dem Knecht: Wer ist jener Mann, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr! Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. 24,66: Und der Knecht erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. 24,67: Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sarah und nahm die Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. So wurde Isaak getröstet nach dem Tod seiner Mutter.
. Im Neuen Testament wird uns dass in einem ganz anderen Zusammenhang wieder erzählt. Welcher Knecht stellt die Braut dem Bräutigam vor?

 

Was ist die Aufgabe des heiligen Geistes?

Über den heiligen Geist gibt es heute viel Verwirrung! Da gibt es Gemeinden mit besonderen Geistesgaben, da steht plötzlich der heilige Geist im Mittelpunkt! Aber was ist denn die Aufgabe des heiligen Geistes?

Johannes 15,26:
"Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben;"

Der Beistand ist der Paracleto, der heilige Geist. Seine Aufgabe ist es von Jesus zu zeugen, Jesus zu bezeugen.

Johannes 16,13-14:
"Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen."

Der Heilige Geist hat die Aufgabe die Braut dem Bräutigam zuzuführen, die Gemeinde zu Jesus zu bringen. Der Heilige Geist will nicht sich selbst verherrlichen um im Mittelpunkt zu stehen, sondern er wird Jesus verherrlichen und ihn verkündigen. Der heilige Geist wirkt in mir, damit ich in meinem Leben eine immer engere Beziehung zu Jesus finde um am Ende bei ihm zu sein. Interessante Parallele!

Was tut nun Boas, nachdem er Ruth entdeckt hat? Er stellt sie seinen Angestellten gleich, behandelt sie nicht als Außenseiterin (Ruth 2,8-9) 2,8: Da sprach Boas zu Ruth: Hörst du, meine Tochter? Du sollst auf keinen anderen Acker gehen, um aufzulesen; und begib dich auch nicht weg von hier, sondern halte dich da zu meinen Mägden. 2,9: Dein Auge sei auf das Feld gerichtet, wo sie schneiden, und geh hinter ihnen her! Habe ich nicht den Knechten geboten, daß dich niemand antasten soll? Und wenn du Durst hast, so geh hin zu den Gefäßen und trinke von dem, was die Knechte schöpfen!
. Boas bietet ihr ein Leben auf seinem Feld an. Sie ist Fremdling, Heide, Witwe und ein Außenseiter über den sich Bethlehem das Maul zerreißt. Ruth hat keinen Anspruch auf irgendeine Sonderbehandlung. Und ihre Reaktion auf Boas Angebot weist auf den roten Faden im Buch Ruth hin, das zentrale Thema ihres Lebens und das Motiv für Gottes Handeln in unserem Leben: Gnade (Ruth 2,10) 2,10: Da fiel sie auf ihr Angesicht und neigte sich zur Erde und sprach: Warum habe ich vor deinen Augen Gnade gefunden, daß du dich um mich kümmerst, da ich doch eine Fremde bin?
. Wir müssen verstehen, welche Möglichkeiten Ruth eigentlich für ihr Leben blieben. Nach jüdischen Gesetz war es unmöglich, dass Boas Ruth heiratet (5.Mose 7,1-5) 7,1: Wenn der HERR, dein Gott, dich in das Land bringt, in das du kommen wirst, um es in Besitz zu nehmen, und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, die Hetiter, die Girgasiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Pherisiter, die Hewiter und die Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du; 7,2: und wenn sie der HERR, dein Gott, vor dir dahingibt, daß du sie schlägst, so sollst du unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken; du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade erweisen. 7,3: Und du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern; du sollst deine Töchter nicht ihren Söhnen [zur Frau] geben noch ihre Töchter für deine Söhne nehmen; 7,4: denn sie würden deine Söhne von mir abwendig machen, daß sie anderen Göttern dienen; und dann wird der Zorn des HERRN über euch entbrennen und euch bald vertilgen. 7,5: Vielmehr sollt ihr so mit ihnen verfahren: Ihre Altäre sollt ihr niederreißen, ihre Gedenksteine zerbrechen, ihre Aschera-Standbilder zerschlagen und ihre Götzenbildnisse mit Feuer verbrennen.
. Ruth hatte in Bethlehem überhaupt keine Möglichkeit, da sie nicht zum Volk Israel gehörte.

Was das Gesetz nicht tun kann, wird durch Gnade möglich.

Die Gnade Gottes macht möglich, was nach dem Gesetz unmöglich ist. Das war es, was Paulus im Römerbrief bewegt hat, wenn er schreibt:

Römer 5,20-21:
"Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn."

Was war eigentlich die Aufgabe des Gesetzes? War es möglich alle Gesetze einzuhalten? Die Bibel sagt, dass es kein Mensch geschafft hat, außer Jesus. Das Gesetz ist für uns Menschen nicht einzuhalten! Wollte Gott uns nur frustrieren? Was wäre ziemlich unfair von ihm gewesen! Evangelium heißt: Gute Botschaft! Als Jesus die Bergpredigt gehalten hat, da haben die Pharisäer sicherlich gehofft: "Gute Nachricht? - Jesus nimmt nun 7 der 10 Gebote weg". Statt dessen setzt Jesus noch was drauf: Jetzt darf ich nicht mal mehr denken ich will ehebrechen, oder denken der andere soll doch von der Brücke hüpfen! Jesus verschärft die Gebote um zu zeigen: "Im Endeffekt kann ich es alleine gar nicht schaffen!" Ich brauche seine Hilfe, seine Gnade. Das ist die Aufgabe des Gesetzes, es treibt uns Jesus in die Arme! Auch jetzt noch als Christ, wenn ich mal wieder richtig tief ins Klo gegriffen habe, wenn ich total versagt habe, dann lande ich unweigerlich wieder vor Jesu Kreuz und nehme seine Vergebung und Gnade für mich in Anspruch. Das Gesetz verurteilt mich nicht mehr, aber es treibt mich zu Jesus. Paulus schreibt das so:

Galater 3,1:
"O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist?"

Deshalb fällt Ruth auf die Knie vor Boas und dankt ihm, weil sie nach dem Gesetz nichts mehr zu erwarten hatte.

Als Ruth dann nach Hause kommt, da kommt es Noomi reichlich spanisch vor, dass Ruth so viele Ähren aufsammeln konnte. Als Noomi aber hört, bei wem Ruth auf dem Feld war, da sagt Noomi (Ruth 2,22) 2,22: Und Naemi sprach zu ihrer Schwiegertochter Ruth: Es ist gut, meine Tochter, wenn du mit seinen Mägden ausgehst und man dich nicht auf einem anderen Acker belästigt!
.

Diese Zeile ist ein Schlüssel zum Verständnis des ganzen Buches Ruth: "Er ist einer von unseren Lösern." Ein Löser heißt im griechischen GOEL.

Was ist ein Goel?

Um das zu verstehen muss man wieder einmal die jüdischen Gesetze kennen. In Israel konnte man kein Land kaufen. Man konnte bestenfalls Land leasen. Ganz zu Beginn der Landnahme wurde das Land auf die Stämme und Sippen aufgeteilt. Wenn man nun sein Land aus irgendeinem Grund verkauft hat, dann gab es drei Lösungen um zu seinem Land zurückzukommen,

  • Es zurückzukaufen,
  • Das Jubeljahr abzuwarten oder
  • den Goel.

Es dauerte maximal 50 Jahre bis man sein Land zurück hatte, denn es gab das Jubeljahr. (Alle 7 Jahre war ein Sabbatjahr, alle sieben Sabbatjahre = 49 Jahre war ein Jubeljahr). Was geschah nun im Jubeljahr?

3. Mose 25,8-10:
"Und du sollst dir sieben Sabbatjahre abzählen, nämlich siebenmal sieben Jahre, so daß dir die Zeit der sieben Sabbatjahre 49 Jahre beträgt. Da sollst du Hörnerschall ertönen lassen im siebten Monat, am zehnten [Tag] des siebten Monats; am Tag der Versöhnung sollt ihr ein Schopharhorn durch euer ganzes Land erschallen lassen. Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt im Land eine Freilassung ausrufen für alle, die darin wohnen. Es ist das Halljahr, in dem jeder bei euch wieder zu seinem Eigentum kommen und zu seiner Familie zurückkehren soll."

So ein Jubeljahr war der absolute Hammer für ein Wirtschaftssystem. Lest ruhig mal weiter. Man konnte also ein Grundstück für maximal 49 Jahre kaufen. Je näher allerdings das Jubeljahr war, desto niedriger waren logischerweise die Grundstückspreise. Und im Jubeljahr gab es auch keine Leibeigenen mehr, weil alle Sklaven entlassen wurden. Aller Besitz ging zurück an den alten Besitzer. Die Noomi hatte wahrscheinlich nicht so viel Geld um den alten Besitz zurückzukaufen, aber sie hätte nur das nächste Jubeljahr abwarten müssen, dann hätte sie ihren Besitz wieder zurückbekommen. Aber wer weiß wie lange es noch bis zum nächsten Jubeljahr war? Aber es gab noch eine andere Lösung, den GOEL! Der GOEL, der Löser, musste drei Bedingungen erfüllen:

  • Er muss ein naher Verwandter sein
  • Er muss fähig sein dich freizukaufen
  • Er muss willens sein dich freizukaufen

Die drei Alternativen stehen nebeneinander im:

3. Mose 25,25-28:
"Wenn dein Bruder verarmt und etwas von seiner Habe verkauft, so soll sein nächster Verwandter kommen und einlösen, was sein Bruder verkauft hat.
Wenn aber jemand keinen Löser hat und selbst soviel aufbringen kann, um es einzulösen, so soll er die Jahre abrechnen, seitdem er`s verkauft hat, und was noch übrig ist, dem Käufer zurückzahlen und so wieder zu seiner Habe kommen. Kann er aber nicht soviel aufbringen, um es ihm zurückzuzahlen, so soll, was er verkauft hat, in der Hand des Käufers bleiben bis zum Erlaßjahr. Dann soll es frei werden und er wieder zu seiner Habe kommen."

Wenn man aus eigener Kraft nicht mehr zahlen konnte und das Jubeljahr noch 40 Jahre weg war, dann konnte man nur auf einen Löser, einen GOEL hoffen. Und ein Löser, ein Erlöser, war Ruths einzige Hoffnung.

Auch Noomi hat verstanden, dass Boas ihre einzige Hoffnung ist. Und sie gibt Ruth Anweisungen, was sie tun soll (Ruth 3,1-5) 3,1: Naemi aber, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: Meine Tochter, sollte ich dir nicht Ruhe verschaffen, damit es dir gut gehen wird? 3,2: Und nun, ist nicht Boas, bei dessen Mägden du gewesen bist, unser Verwandter? Siehe, er worfelt diese Nacht auf der Gerstentenne. 3,3: So bade dich nun und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; aber laß dich von dem Mann nicht bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken! 3,4: Wenn er sich dann schlafen legt, so achte auf den Ort, wo er sich niederlegt, und geh hin und hebe die Decke zu seinen Füßen auf und lege dich dort hin; und er wird dir sagen, was du tun sollst. 3,5: Sie sprach zu ihr: Alles, was du sagst, das will ich tun!
. Auf den ersten Blick klingt das nach einer haarsträubenden Verkupplungsgeschichte. Und dann scheint es so, als ob Ruth dem Boas ihren Körper anbietet, um mit ihr zu schlafen. Aber es ist etwas ganz anderes dahinter. Ruth legt sich also an die Füße des schlafenden Boas, der mitten in der Nacht aufwacht (Ruth 3,8-11) 3,8: Als es nun Mitternacht war, schrak der Mann auf und beugte sich vor, und siehe, da lag eine Frau zu seinen Füßen! 3,9: Da fragte er: Wer bist du? Sie aber antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd! So breite deine Flügel über deine Magd; denn du bist ja Löser! 3,10: Er aber sprach: Gesegnet seist du vom HERRN, meine Tochter! Du hast jetzt noch edler gehandelt als zuvor, daß du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, weder den armen noch den reichen! 3,11: Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht! Alles, was du wünschst, das will ich für dich tun; denn jedermann im Tor meines Volkes weiß, daß du eine tugendhafte Frau bist.
. In der Antwort der Ruth steckt der Schlüssel zur Gnade: "Ich bin Rut, deine Magd. So breite den Saum deines Gewandes über deine Magd aus, denn du bist Löser!" Um das zu verstehen müssen wir wissen, welche Bedeutung der Saum eines Gewandes hat.

Der Saum des Gewandes:

Der Saum des Gewandes bedeutete z.B. im alten Mesopotamien die "Autorität der Persönlichkeit". Ein Mann konnte sich dort von seiner Frau scheiden, wenn er ihren Saum abschnitt. Die Könige hatten keinen Siegelring, sondern der Saum ihres Gewandes wurde in das Tontafel-Dokument gedrückt. (Erinnern wir uns einmal an die Geschichte der blutflüssigen Frau in (Matthäus 9,1-38) 9,1: Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. 9,2: Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liegematte lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! 9,3: Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert! 9,4: Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen? 9,5: Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 9,6: Damit ihr aber wißt, daß der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh heim! 9,7: Und er stand auf und ging heim. 9,8: Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hatte. 9,9: Und als Jesus von da weiterging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. 9,10: Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. 9,11: Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? 9,12: Jesus aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 9,13: Geht aber hin und lernt, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße. 9,14: Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so viel, deine Jünger aber fasten nicht? 9,15: Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten. 9,16: Niemand aber setzt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid, denn der Flicken reißt von dem Kleid, und der Riß wird schlimmer. 9,17: Man füllt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißen die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, so bleiben beide miteinander erhalten. 9,18: Und als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben! 9,19: Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. 9,20: Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu und rührte den Saum seines Gewandes an. 9,21: Denn sie sagte bei sich selbst: Wenn ich nur sein Gewand anrühre, so bin ich geheilt! 9,22: Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter! Dein Glaube hat dich gerettet! Und die Frau war geheilt von jener Stunde an. 9,23: Als nun Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Pfeifer und das Getümmel sah, 9,24: spricht er zu ihnen: Entfernt euch! Denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie lachten ihn aus. 9,25: Als aber die Menge hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff ihre Hand; und das Mädchen stand auf. 9,26: Und die Nachricht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend. 9,27: Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Du Sohn Davids, erbarme dich über uns! 9,28: Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich dies tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr! 9,29: Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! 9,30: Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus ermahnte sie ernstlich und sprach: Seht zu, daß es niemand erfährt! 9,31: Sie aber gingen hinaus und machten ihn in jener ganzen Gegend bekannt. 9,32: Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war. 9,33: Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmenge verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel gesehen worden! 9,34: Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus! 9,35: Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. 9,36: Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. 9,37: Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. 9,38: Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende!
. Sie berührt den Saum/Quaste von Jesu Gewandes und er stellt es erschrocken fest obwohl eine ganze Menschenmenge um ihn herumdrückt). Wenn Ruth also sagt: "Breite den Saum deines Gewandes über deine Magd", dann heißt das: "Du bist nun der Herr meines Lebens, deine Person ist wichtiger als deine Magd."

Die Antwort des Boas ist interessant: "Alles was du sagst werde ich für dich tun!"

Es spielt keine Rolle wie sehr Boas Ruth geliebt hat. Boas musste warten bis Ruth kommt und sich ihm anbietet. Auch Jesus vergewaltigt uns nicht. Er wartet bis wir kommen. Dann sagt er "Alles was du sagst, werde ich für dich tun". Boas hat von der Gerstenernte bis zur Weizenernte gewartet - 3 Monate lang. Er hat sich ihr nie angeboten, bis Ruth sagt, "Wirf deinen Saum über mich und nimm deine Verantwortung wahr, als Löser". Jesus wartet auf uns, bis wir sagen: "Breite den Saum deines Gewandes aus über deinem Knecht! Sei Du nun maßgebend in meinem Leben, sei mein Erlöser, kaufe mich frei"

Gott kann uns die Gnade nicht aufzwingen. Er wartet bis wir zu ihm kommen und ihn einladen in unserem Leben zu wirken. Er wartet bis wir sagen: "Wir brauchen deine Erlösung, wir brauchen dich als Erlöser!" Dann können wir durch seine Gnade gerettet werden, weil er uns freikauft, wo wir doch durch das Gesetz verloren wären.

 

Der zweite Löser:

Jetzt wird es seltsam. Boas deutet Ruth an, dass es einen anderen Löser gebe, der ein Vorrecht auf Ruth hat (Ruth 3,12-13) 3,12: Und nun, es ist wahr, daß ich ein Löser bin; aber es ist noch ein anderer Löser da, der näher verwandt ist als ich. 3,13: Bleibe über Nacht! Und morgen dann - wenn er dich lösen will, nun, so löse er dich! Gefällt es ihm aber nicht, dich zu lösen, so will ich dich lösen, so wahr der HERR lebt! Bleibe bis zum Morgen liegen!
. Er trifft den mysteriösen anderen Löser unter dem Tor mit den Ältesten in einer Art Verhandlung und handelt um Noomi und Ruth (Ruth 4,4-6) 4,4: Darum gedachte ich dir den Vorschlag zu machen: Wenn du es lösen willst, so kaufe es vor den Bürgern und vor den Ältesten meines Volkes; willst du es aber nicht lösen, so sage es mir, damit ich es weiß; denn es gibt niemand, der es lösen kann, ausgenommen du, und ich nach dir! Und er sprach: Ich will es lösen! 4,5: Da sagte Boas: An dem Tag, da du das Feld aus der Hand Naemis kaufst, erwirbst du [es] auch von Ruth, der Moabiterin, der Frau des Verstorbenen, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder aufzurichten. 4,6: Da sprach der Löser: Ich kann es nicht für mich lösen, ohne mein eigenes Erbteil zu verderben! Löse du für dich, was ich lösen sollte; denn ich kann es nicht lösen!
. Wer ist der andere Löser, der Noomi lösen will, es aber wegen der moabitischen Ruth nicht tun kann? Wer ist derjenige, der das Vorrecht auf Ruth hat? Wenn Boas ein Typus ist, der auf Jesus hinweist, weist dann der unbekannte Löser ein Typus für den Vater? Auf Gott, der gegen seine eigenen Gebote verstoßen würde, wenn er die heidnische Ruth annehmen würde, was er gerne tun würde? Boas muss den Preis zahlen, Jesus muss am Kreuz sterben! Was nach dem Gesetz unmöglich ist, dass Ruth von Boas geheiratet wird, wird durch Gnade möglich (Ruth 4,13-15) 4,13: So nahm Boas die Ruth, und sie wurde seine Frau, und er ging zu ihr ein. Der HERR aber gab ihr, daß sie schwanger wurde und einen Sohn gebar. 4,14: Da sprachen die Frauen zu Naemi: Gepriesen sei der HERR, der dir zu dieser Zeit einen Löser nicht versagt hat! Sein Name werde gerühmt in Israel! 4,15: Der wird nun deine Seele erquicken und dich in deinem Alter versorgen; denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, sie, die dir mehr wert ist als sieben Söhne!
.

Nachdem Ruth dem Boas einen Sohn gebärt wird prophetisch von den Nachkommen der Ruth erzählt. Ein Löser wird kommen. Sein Name wird gerühmt in Israel. Die heidnische Moabiterin wird Ur-Ur-Oma des größten Königs von Israel, David. Und Ruth ist somit eine direkte Vorfahrin von Jesus, dem Goel, dem Erlöser!

Die erhöhte Schlange

Gerade haben wir das Osterfest hinter uns gebracht und die Osterfreude ist schon längst wieder im Alltag versumpft. Vielleicht hatten wir mal Zeit uns in die enttäuschten Jünger zu versetzen, die sich nach der Kreuzigung verkrochen haben, die Jerusalem hinter sich ließen und zu ihren Fischerbooten zurückgekehrt sind. Unter dem Schock der Kreuzigung hat wohl kein Jünger mehr verstanden, wie es nun weitergehen sollte. Sie dachten alle, dass nun Schluss ist, dass Jesus eben tot ist. Alles ist aus und vorbei! Jesus selber öffnet den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus die Augen. Die sind noch ganz verstört, als sie Jesus treffen und ahnen nicht, dass die Auferstehung Realität geworden ist, und versuchen dem Unbekannten, der neben ihnen läuft, zu erklären was in Jerusalem geschah (Jakobus 2,13) 2,13: Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.
.
Jesus aber legte den Emmaus-Jüngern das Alte Testament aus, fing vorne bei Mose an und dann durch alle Propheten, und zeigte ihnen was in der ganzen Schrift von ihm gesagt ist: Der Messias musste all das erleiden. Schon im Alten Testament stand also, dass der Messias leiden und sterben muss. Nun nehmen wir uns also doch noch den berühmtesten Text vor. Die Perle des Alten Testamentes. Der Gottesknecht im Jesajabuch.

Das Buch Jesaja wurde etwa 600 Jahre vor Jesu Geburt geschrieben. Es gibt nicht den geringsten Zweifel, dass der Text lange vor Jesus geschrieben wurde. Zum einen wurde er in der Septuaginta mitübersetzt und ist auch in den Qumranrollen (68 v.Chr) enthalten. Die Jesajarolle, die als allererste in Qumran gefunden wurde (und die heute das Herzstück des israelischen Nationalmuseums ist) war die große Überraschung für die Fachwelt, weil plötzlich erwiesen war, dass sich der überlieferte Text in Jahrhunderten um kaum ein Zeichen geändert hatte. Beim 53. Kapitel des Jesajabuches gehen die Wogen besonders hoch. Die jüdische Tradition der Aschkenasi zum Beispiel hat das Kapitel ganz aus der Bibel herausgenommen, weil es zu eindeutig von Jesus als dem Messias spricht. Die Kapitelunterteilung, die erst viel später vorgenommen wurde, stimmt an der Stelle auch nicht richtig, denn der Text beginnt inhaltlich schon im Kapitel davor - in (1.Johannes 2,6) 2,6: Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.
. Jesaja spricht von einer mysteriösen Gestalt, dem Gottesknecht. Das Schicksal dieser Gestalt ist seltsam, zum einen wird sie erhoben, erhöht werden, zum anderen wird sie leiden! Wo wurde Jesus erhöht? Wo wurde er erhoben? Das Bild von der Erhöhung greift Jesus selber einmal auf, als er seinen Jüngern erklärt, was in Jerusalem auf ihn zukommen wird (Johannes 3,14-15) 3,14: Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden, 3,15: damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
. "Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." Eine interessante Parallele. Wenn wir 'erhöht' werden, dann verstehen wir ein großes Lob, eine Auszeichnung, etwas das uns Ehre macht und Ruhm bringt. Deshalb erwarten die Juden ja bis heute den Messias als einen König. Jesus sagt seine 'Erhöhung' ist wie die Erhöhung der Schlange bei Moses. Nun ja, wir kennen die Story, aber trotzdem ist es interessant sie mal nachzulesen.

  • Die erhöhte Schlange bei Mose

4. Mose 21,4-9:
"Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten geführt, daß wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, daß viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, daß er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biß, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben."

Das Volk hat wieder einmal rumgemault und war unzufrieden. Gottes Rettung, raus aus Ägypten, wollten sie nicht mehr, lieber wieder zurück in die Sklaverei. Gottes Gericht über das unzufriedene Volk ist tödlich, aber Gott bietet ihnen ein Heilungsmittel an. Gott rettet sie nicht einfach, aber er zeigt ihnen einen Weg der Rettung, der denkbar einfach ist: "Schau die erhöhte Schlange an!". "Sag mal, Mose! Hat die Sonne dein Hirn verbrutzelt? Ich war beim Medizinmann, beim Homöopathen, habe mit allen Leuten darüber gesprochen, habe Pillen genommen und trotzdem sterben alle an den Schlangenbissen. Und jetzt sagst du, ich soll raus aus dem Zelt und deine dämliche Schlange anstarren? Das hilft? Du hast sie wohl nicht alle!". Gottes Rettung ist kinderleicht, man muss ihm nur vertrauen! Unsere Rettung geschieht, wenn wir unsere Not erkennen und auf den erhöhten Mann am Kreuz blicken, der uns retten möchte. Übrigens, man weiß nicht genau, wie die eherne Schlange ausgesehen haben mag. Es muss ja nicht die klassische Form des griechischen Aeskulapstabes sein! Es gibt mehrere Möglichkeiten! Auch ein Kreuz!

  • Schlangenkult

Es ist übrigens erstaunlich, was mit dieser ehernen Schlange wohl passiert ist! Es gab wenige wirklich gute Könige in Israel, aber Hiskia war einer davon! Hiskias großer Verdienst war es, mit Götzendienst im Volk Israel aufzuräumen.

2. Könige 18,4:
"Er entfernte die Höhen und zerbrach die Steinmale und hieb das Bild der Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte. Denn bis zu dieser Zeit hatte ihr Israel geräuchert, und man nannte sie Nehuschtan."

Und bei dieser Aktion wird nebenbei erwähnt, dass er auch die eherne Schlange zerstört hat, die Mose aufrichten ließ. Das Volk hatte die Schlange nämlich verehrt! Könnt ihr euch das vorstellen: Das Volk hat begonnen einen Gegenstand anzubeten, den Gott benutzt hat um zu zeigen: "Ihr müsst auf mich sehen, ihr müsst mir vertrauen!" Plötzlich wurde aus dem Gottesdienst ein Götzendienst. Dasselbe gibt es aber bei Christen auch, wenn Kruzifixe wichtiger werden wie Jesus, wenn die Särge von Heiligen in Kirchen abgeknutscht werden, wenn Statuen oder Ikonen angebetet werden! Aber es ist wieder einmal schrecklich einfach die Fehler bei anderen zu suchen! Lasst euch einmal die Frage gefallen: Was ersetzt bei mir den lebendigen Gott?

  • Der entstellte Gott

(Jesaja 52,14) 52,14: Gleichwie sich viele über dich entsetzten - so sehr war sein Angesicht entstellt, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt, mehr als die der Menschenkinder -,
, eine der ganz wenigen Bibelstellen, die über das Aussehen des Messias, über Jesus äußere Erscheinung erzählen. Können wir uns das vorstellen? Jesus mehr entstellt als das Aussehen irgend eines Menschen? Als Jesus auferstanden ist, da war sein Auferstehungsleib keineswegs vollkommen, schließlich zeigt er den Jüngern noch die Wunden in den Handflächen. Nur mal ein Gedankenspiel: Maria am Grab dachte es sei der Gärtner, die Jünger im Zimmer sind entsetzt als sie ihn sehen, bei der Begegnung am See wagt keiner ihn zu fragen, ob er denn Jesus ist und die Jünger auf dem Weg nach Emmaus erkennen ihn auch nicht mehr! Könnte es sein, dass Jesus durch die Folterungen der Römer (schlugen mit einer Stange auf seinen Kopf,...) so entstellt war, das ihn seine Freunde nicht mehr erkannten? Das sein Auferstehungsleib die Zeichen der Kreuzigung für uns weiter trägt? Irgendwie fällt es einem schwer sich vorzustellen, dass Jesus einmal so vor uns stehen könnte! Jesus hat bei uns ein paar Pickser auf der Stirn von der Dornenkrone und ein paar Löcher in den Handflächen von den Nägeln! Vielleicht haben wir gar keine Vorstellung, was Jesus wirklich erlitten hat! Auch die nächsten Verse schreiben von seiner äußeren Gestalt.

  • Der leidende Knecht

Jesaja 53,1-3:
"Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des HERRN offenbart? Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet."

Er war von den Menschen verlassen! Denken wir einmal an Jesu Einzug nach Jerusalem: Alle haben "Hosianna!" geschrien! Die Jünger und das Volk! Wenige Stunden später wird er allein verurteilt, die Menschen verachten ihn, foltern ihn, verspotten ihn. Bei seinem Tod stehen ein paar Frauen "von ferne" (Matthäus 27,51) 27,51: Und siehe, der Vorhang im Tempel riß von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.
. Als es um die Schmerzen und das Leiden ging, da waren plötzlich alle weg! Und keiner hat verstanden, wofür Jesus es getan hat.

Jesaja 53,4-5:
"Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt."

Die Schuld, die der Gottesknecht tragen wird, ist unsere Schuld, schreibt Jesaja! Er trägt unsere Leiden! Und dann folgt eine Beschreibung der körperlichen Qualen: Durchbohrt (obwohl die Kreuzigung erst 500 Jahre später erfunden wird!), auch die Striemen der Peitschenhiebe werden beschrieben! Warum muss das geschehen? Warum muss der Gottesknecht unser aller Schuld tragen?

Jesaja 53,6:
"Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn."

Weil alle Menschen wie Schafe umherirren und verloren gehen! Jeder geht seinen eigenen Weg, und geht verloren! (Kann man die Menschen besser beschreiben?) Das Problem ist die Schuld, die Sünde der Menschen, und diese Schuld wird auf einen einzigen Schuldlosen gelegt, der sie für alle erträgt!

  • Der verurteilte Knecht

Jesaja 53,7:
"Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf."

Was sagt Jesus bei seiner Verhandlung? Im Matthäus-Evangelium steht:

Matthäus 27,13-14:
"Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, so daß sich der Statthalter sehr verwunderte."

Wie Jesaja schreibt, hat Jesus am Ende kein Wort zu seiner Verteidigung gesprochen, sondern er hat das Urteil hingenommen. Nicht die Römer haben ihn ans Kreuz gebracht, auch nicht die Hohenpriester und Schriftgelehrten, sondern meine Schuld - und die hat er freiwillig getragen!

Jesaja 53,8-9:
"Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist."

  • Der begrabene Gott

Man kann Jesus vielleicht noch unterstellen, bei der Vernehmung den Mund gehalten zu haben um eine Prophetie zu erfüllen, aber auf sein Grab hat er wirklich keinen Einfluss gehabt! "Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen [ist er gewesen] in seinem Tod" Gekreuzigt zwischen zwei Verbrechern, aber im Grab des reichen Josef von Arimathäa begraben! Es gibt im übrigen eine nette Anekdote, die erzählt wie Josef von Arimathäa den Pilatus um den Leichnam Jesu bittet: "Spinnst Du Josef!" sagt Pilatus "Du hast dir gerade ein neues teures Familiengrab bauen lassen und willst das jetzt diesem gekreuzigten Zimmermann schenken?!" "Kein Problem" sagt Josef von Arimathäa, "Es ist bloß übers Wochenende!"

Jesaja 53,10-12:
"So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten."

Jesus hat sein Leben für Viele zur Gerechtigkeit gegeben! Ihre Sünde wird er sich selbst aufladen! Er schüttet seine Seele aus in den Tod und läßt sich für mich zu den Verbrechern zählen! Gehöre ich zu den Vielen? Selbst mit seinen letzten Worten geht noch eine Prophetie in Erfüllung, wenn er für die Verbrecher Fürbitte tut:

Lukas 23,34:
"Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum."

Quelle: Bibelarbeit von H.P. Royer (1996)