"Schnell, schnell, hol die Kinder von der Straße, die Wilde ist wieder unterwegs!"

Diese und ähnliche Worte hörte Susanne damals immer wieder, wenn sie - Gott und die Welt verachtend - im Minirock und zerrissenen Strümpfen durch die Stadt ging und ängstliche Mütter auf die Straße stürzten, um ihre Kinder in Sicherheit zu bringen.

Ein paar Jahre später - am 19. Juli 1998 - stand eine Frau am Ufer der Bregenzer Ach. Tränen rollten ihr über die Wangen und immer wieder hörte man sie schluchzend sagen: "Dass ich das noch erleben darf - Gott ist so groß!" Dabei zeigte sie auf eine strahlende, junge blonde Frau, die gerade getauft worden war.

"So oft" fährt sie schluchzend fort - habe ich Gott gefragt, ob es für solche Menschen (dabei zeigt sie wieder auf Susanne) auch noch Rettung gibt. Und jetzt hat Gott meine Gebete auf so wunderbare Weise erhört."

Was war geschehen? Wer oder was machte aus einer hasserfüllten Frau, die ihrem Mann einen Bierkrug nachwirft, der die Tür glatt durchschlägt; aus einer Tierquälerin, die eine Katze an ihrem Schwanz im Kreis herumwirbelt, um sie dann 20 Meter weit durchs offene Fenster zu schleudern; eine sanfte, gefühlvolle und Gott hingegebene Frau, wie Susanne es heute ist?

 

Hier ist ihre Geschichte:

Susanne - nach dem  Vorbild: die Titelheldin  aus dem Film ?Christiane F. - wir Kinder vom Bahnhof Zoo

1972 geboren, wuchs Susanne in einem Umfeld auf, wo sie niemals lernte, mit Grenzen zu leben. Entweder werden ihr von ihrer Mutter keine gesetzt, oder sie hält sich nicht daran. In ihrer frühen Jugend hat sie ein einziges großes Vorbild: die Titelheldin aus dem Film "Christiane F. - wir Kinder vom Bahnhof Zoo". So brutal, so hinterhältig, so asozial und vor allem so cool wie sie wollte sie sein. In ihrem Zimmer hängen Spritzen und Joints, sowie Poster und Bilder von Drogensüchtigen.

Mit 15 raucht Susanne ihren ersten Joint und reißt bald darauf von zu Hause aus, um sich auf dem Platzsitz - Zürichs berüchtigtem Drogenumschlagplatz - ihren ersten Schuss Heroin zu setzen. Bereits auf dem Weg dorthin prostituiert sie sich um das nötige Geld für die Drogen zu bekommen. Drogen, Prostitution, Kriminalität, Polizei, Überdosis, Depressionen, Selbstmordversuche, Therapien - ein Teufelskreis!

Mit 19 heiratet sie ihren drogensüchtigen Freund. Ihre Hochzeitsreise führt sie in eine Therapiestation um frei zu werden.

Dennoch ging es immer tiefer bergab. Ihre Ehe war ein einziges Chaos. Sie brachten sich gegenseitig fast um, schlugen sich auf der Straße, stachen mit Messern aufeinander ein, versuchten, sich gemeinsam das Leben zu nehmen. Scheidung war die logische Folge.

In dieser Zeit verkaufte Susanne ihre Seele dem Teufel und erzählt das in ihren eigenen Worten so:

"Ich wurde noch brutaler, schlug mit der bloßen Hand Fensterscheiben ein, stahl und betrog und in mir war ein Hass, der durch nichts und niemanden zu bändigen war. Der Teufel zwang mich damals, ihn 'Vater' zu nennen. Ich hörte ihn reden, hörte Glocken läuten und Ketten rasseln. Ich roch Schwefel, dachte tot und damit unsichtbar zu sein und tanzte zwischen den fahrenden Autos hindurch. Satan quälte und malträtierte mich auf schreckliche und beschmutzende Art und Weise und so versuchte ich immer wieder, mir das Leben zu nehmen."

Aber dann trat Gott in ihr Leben und spricht: "Es gibt mich, vertrau mir, ich werde dich aus deiner Not herausretten. Ich liebe dich!"

Nun beginnt Susanne diesen, ihr bisher unbekannten Gott, zu suchen und trifft dabei auf Werner und Gabriele Lins, die sie von früher her kennt und von denen sie weiß, dass sie "etwas von Gott haben". Diese nehmen Susanne am 2. 10. 1997 mit zu einer dreitägigen Evangelisation, wo sie von Gottes Liebe berührt wird.

Susanne findet alles was sie braucht in ihrer Hingabe an Jesus

Jeden Abend nimmt sie Gottes Angebot an und lädt Jesus ein, als ihr persönlicher Herr und Heiland ihr Leben zu bestimmen. Sie ist bereit ihm alles zu geben was sie hatte und das war herzlich wenig, aber für Jesus war es genug. Er wollte nur ihr Herz. Innerhalb weniger Tage wird Susanne frei von Drogen, Nikotin, Hepatits-C und anderen Fesseln. Gott verändert auch ihr Äußeres und gibt ihr eine neue Familie und so lebt sie nun seit Ende 1997 bei Werner und Gaby und seit Ostern 1998 im "Haus Immanuel" in Langenegg. Sie arbeitet außerdem seit über elf Jahren als Reinigungsfrau, hilft im Haushalt, betreut über den mobilen Hilfsdienst liebevoll einen MS-Patienten, besucht die Freie Christengemeinde "Christen im Alltag", dient dort im Lobpreisteam, hilft in der Kinderarbeit und leitet die von ihr gegründete Singles-Gruppe.

All das tut sie mit großer Freude und findet alles was sie braucht in ihrer Hingabe an Jesus. Und sollte Gott einen Mann für sie haben, so würde sie auch den - sollte er wirklich von Gott sein - mit dankbarem Herzen aus seiner Hand nehmen!

Quelle: impuls (Bewegungsmagazin der FCGÖ) Nr.12/2009 | Werner Lins - Pastor / Christen im Alltag - Langenegg