Die evangelische Kirche in Deutschland hat Ihren Ursprung in der Reformation, die durch Dr. Martin Luther maßgeblich beeinflusst wurde.

Anzuerkennen sind die vielfältigen Bemühungen evangelischer Menschen, ihre in Wort und Tat zu leben. Auch die Vielzahl von sozialen Einrichtungen zeugen davon, dass sie den Auftrag Jesu in dieser Welt, "Salz und Licht" zu sein, ernstnehmen.

Viele Glieder und Leiter dieser Kirche sind wirklich bemüht, Gott und die Menschen in ihrer Umgebung zu lieben. Es gibt in dieser Kirche eine Vielzahl von Menschen, die in Jesus Christus ihren persönlichen Heiland und Erretter gefunden haben und den Glauben auch leben (meistens aber nicht innerhalb, sondern neben den offiziellen Kirchenveranstaltungen).

Trotzdem besteht großer Anlass zur Sorge, da sich die evangelische Kirche seit der Reformation in vielen Bereichen immer mehr vom biblischen Evangelium und dessen praktischer Umsetzung entfernt hat.

Offiziell gründet sich diese Kirche noch auf das apostolische Glaubenbekenntnis (wie auch die katholische Kirche) und den sogenannten "Katechismus", eine Sammlung von  Lehr- und Glaubenssätzen, die aber in Teilen von der biblischen Lehre abweichen (Tauf- und Abendmahlsverständnis).

Inoffiziell wird leider alles mögliche von den "Gliedern" dieser Kirche vertreten, sodass es kaum möglich ist, von "der" evangelischen Kirche zu sprechen.

In der Realität bestimmen folgende Eckpfeiler aber das Denken und Handeln vieler Evangelischer:

  • Die Bibel ist nicht Gottes Wort, sondern enthält nur Gottes Wort. Was von Gott ist und was nicht, entscheiden Menschen.
  • Das, was der Einzelne glaubt, wird nicht hinterfragt (schon gar nicht vom Pfarrer).
  • Wer bei der Konfirmation schön seine Sprüche aufsagt, gilt offiziell als Christ (auch wenn er damit nur sein Mofa o.ä. finanzieren wollte). Hierdurch kann es zum Paradoxon kommen, dass jemand offiziell als "Christ" gilt (weil er getauft und konfirmiert wurde), aber tatsächlich nicht an Gott glaubt und auch nicht nach Gottes Maßstäben lebt.
  • Das Liebesgebot wird so hoch angesetzt, dass (fast) alles erlaubt ist. Das einzige, was nicht erlaubt ist: Den Glauben des anderen zu hinterfragen, ihm helfen zu wollen, seine Sünde los zu werden. Denn ich darf den anderen ja nicht kritisieren, denn Liebe übt keine Kritik.
  • Grosse Toleranz gegenüber anderen Religionen mit religionsvermischenden Tendenzen (z.B. Verleihung des Lukas-Preises an den Dalai Lama).
  • Relativierung der Sünde. Homosexualität, Ehebruch etc. werden geduldet (d.h. niemand muss wegen dieser Sünden damit rechnen, zur Rede gestellt zu werden).
  • Die Taufe "eignet das Heil zu" (magisches Denken).
  • Im Abendmahl ist Jesus leibhaftig anwesend und wird in Brot und Wein "mitgeteilt" (magisches Denken).
  • Die Lehre von Taufe und Abendmahl als Sakrament (als "heilige Handlung", magisches Denken).

Das Liebesgebot und die Homosexualität

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.

(Lukas 11,23) 11,23: Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!

Dieses Liebesgebot wird von Jesus zitiert, als er von den Pharisäern gefragt wird, welches seiner Meinung nach das wichtigste Gebot im Gesetz sei (Hebräer 4,12) 4,12: Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.
. Die Pharisäer wollten ihm mit dieser Frage eine Falle stellen.

Für die Pharisäer lag der Schlüssel zur Gerechtigkeit im Halten der Gebote. Hierdurch erhofften sie, vor Gott gerecht zu werden. Deshalb zeigt ihnen Jesus an diesem wichtigsten Gebot, dass sie dieses täglich brechen, denn niemand liebt Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit seiner ganzen Kraft! Wer von sich behauptet, er habe dieses Gebot noch nie gebrochen, ist ein Lügner!

Die Verantwortlichen der EKD sind leider in diese Falle der Pharisäer hineingetappt, indem sie das Liebesgebot als Argument anführen, wenn sie die Homosexualität nicht als Sünde bezeichnen, sondern als eine "andere Veranlagung".

Jesus ging es bei diesem Zitat nicht um die Beantwortung der Frage, welches Gebot die Menschen halten sollen, um vor Gott gerecht werden. Wenn man nämlich die Ausführungen von Paulus zum Thema Homosexualität ließt, wird man schnell feststellen, dass man weder durch das Halten des Liebesgebotes noch durch die Ablehnung der Homosexualität vor Gott gerecht werden kann (Epheser 4,15) 4,15: sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.

Jesus selber hatte oft mit Sündern Kontakt u.a. (Hebräer 13,13-14) 13,13: So laßt uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
; (Matthäus 16,22) 16,22: Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht!
. Aber er verurteilt nicht, sondern sagt lediglich "Sündige hinfort nicht mehr"! Das sollte die EKD den Homosexuellen sagen: "Sündigt hinfort nicht mehr!"

 

Das Abendmahlsverständnis

Die meisten evangelischen und katholischen Theologen (müssen) offiziell die Meinung vertreten, "dass im Abendmahl der gekreuzigte und auferstandene Christus leibhaft gegenwärtig ist und mitgeteilt wird".

Dieses magische Verständnis ist leider ein großes Missverständnis dessen, was durch das Abendmahl ausgedrückt werden soll. In erster Linie ist das Abendmahl ein Gedächtnismahl, an dem die Christen daran denken, was der Herr Jesus für uns getan hat. In zweiter Linie ist es auch eine Verkündigung seines Todes (und seines Sieges). Drittens wird durch das gemeinsame Essen und Trinken von Brot und Wein auch die Gemeinschaft der Christen sichtbar.

Als Jesus sagte "ich bin der Weg..." oder "ich bin die Tür..." kam ja auch niemand auf die Idee, dass man auf ihm herumlaufen sollte oder das er eigentlich eine verwandelte Tür sei. Wenn er jetzt beim Abendmahl sagt "dies ist mein Leib" und "dies ist mein Blut", dann war es für die Jünger klar, dass Jesus sie hier nicht zum Kannibalismus auffordert.

Außerdem hätten die Jünger niemals Blut getrunken, da es für die Juden verboten war, Blut zu trinken (Markus 5,31) 5,31: Da sprachen seine Jünger zu ihm: Du siehst, wie das Volk dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt?
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