Bezüglich des Machbarkeitswahns fallen mir spontan folgende Überlegungen ein:

  • Warnung:  auch Wissenschaft kann nicht objektiv sein, denn sie unterliegt den subjektiven Aspekten des betrachtenden Wissenschaftlers

  • wissenschaftliche Ergebnisse können nur unter der Einschränkung allgemeingültig oder "wahr + richtig" sein, wenn man die Begrenztheit der überschaubaren Betrachtungsdimensionen beachtet. Für alle Ewigkeiten ist keine wissenschaftliche Erkenntnis dienlich und gültig.

  • nicht alles, was durch Erkenntnisse der Naturwissenschaften machbar ist, muss auch zwangsläufig sinnvoll und menschengerecht sein, so daß eine Umsetzung angebracht ist.

  • Dienst an Mensch und Natur ist oberste Prämisse von Wissenschaft. Jeder Wissenschaftler, der gegen diese Regel verstößt, prostituiert sich und versündigt sich gegen die Schöpfung.

  • ökonomischer Nutzen sollte beim Betreiben von Forschung und Auswertung in Anspruch genommen und technischer Fortschritt zum Segen der Menschheit eingesetzt werden, aber nicht auf Kosten von Mensch und Natur

  • der Mensch an sich trägt in seiner Natur ein tragisches Vermächtnis: den Zwiespalt zwischen Gut und Böse und seinen (von Gott gegebenen) freien Willen, der ihn zweifeln und unberechenbar werden läßt

Die heute vorherrschende Denkrichtung des Marktradikalismus als Religion führt dazu, daß ein echter Neo an seine göttliche Mission als Auserwählter glaubt, die durch nichts und niemanden daran gehindert werden darf, alles technisch Machbare auch in die Tat umzusetzen. Natürlich nur, wenn damit auch genügend Knete verdient werden kann.

Ethische, moralisch oder gar ökologisch gerechtfertigte Bedenken werden dabei überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Das wäre nur falsche Rücksichtnahme und würde seiner Hybris nur Abbruch tun.