Der Begriff Humanismus hat eine aktuelle und eine historische Bedeutung:

Aktuell bedeutet Humanismus das Streben nach Humanität, also Menschlichkeit, nach Freiheit, Toleranz, Respekt vor anderen Menschen u. ä. Es geht um eine der Menschenwürde und der freien Persönlichkeitsentfaltung angemessene Gestaltung des Lebens und der Gesellschaft. Dieser Humanismus steht in der Tradition der europäischen Aufklärung.

Historisch gesehen war (und ist) der Humanismus eine geistige Bewegung die im späten Mittelalter (ca. Mitte des 14. Jahrhunderts) in Italien entstand und sich zu Beginn der Neuzeit (ca. ab dem Jahre 1500) auch in anderen Teilen Europas ausbreitete. Sie wird von den Historikern und Philosophen in verschiedene Phasen aufgeteilt und dauert bis in die Gegenwart an. Wichtigster Grundzug ist eine an der Antike orientierte menschliche (humane), nicht theologische Bildung. Die Humanisten begannen die im Mittelalter verschollene Literatur der Antike zu sammeln und zu erschließen. Die humanistische Bewegung hatte einen vorwiegend literarischen Charakter, griff aber darüber hinaus auf alle Bereiche des geistigen Lebens über. Es wurde versucht die antiken philosophischen Systeme in ihrem ursprünglichen nicht von der Scholastik beeinflußten Gehalt wiederzu-beleben.

Die aktuelle und die historische Bedeutung von Humanismus haben nur bedingt etwas miteinander zu tun. Viele Mißverständnisse in den Diskussionen über den Humanismus entstehen dadurch, daß diese beiden Bedeutungen entweder nicht genügend bekannt sind, oder nicht eindeutig genug unterschieden werden.

Die aktuelle Bedeutung des Begriffs Humanismus:

  • Toleranz. Die Grenzen sind dort, wo man es mit Intoleranz und Verletzung der Menschenrechte zu tun hat.
  • Demokratie
  • Solidarität
  • Frieden
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Recht und Pflicht des Menschen zur Selbstbestimmung
  • Gegen Dogmatismus und absolute Wahrheiten.
  • Friedlicher Austausch von Ideen.
  • Anerkennung der Begrenztheit unseres Wissens.
  • Bejahung der Wissenschaft, die an ethischen Kriterien geknüpft
    werden muß.
  • Die Welt in ihrer Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit erleben.
  • Die Vielfalt als Bereicherung des Lebens ansehen.
  • Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen.
  • Die Freiheit zwischen verschiedenen Lebensauffassungen wählen
    zu können.
  • Leid wird nicht als sinnstiftend angesehen. Ziel ist die Minimierung
    von Leid und die Vermehrung von Glück.

Entspricht das der göttlichen Inspiration? Jesus, der ja ein guter Mensch gewesen sein soll und dementsprechend ja auch kein Lügner war, hat anderes gelehrt.